Der große Hanftest – 2. Woche

© Copyright Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

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2. Erfahrungsbericht vom Freitag den 11. April 2014


Nach einer Woche der Hanf- und Kräuterfütterung bin ich zwar noch nicht zu grundlegenden Erkenntnissen gekommen, aber ich kann zum einen berichten, dass alle fünf Pferde sowohl den Hanf, als auch die Kräuter nach wie vor problemlos annehmen, obwohl wir wirklich sehr mäkelige Fresser dabei haben – der Hanf und die Kräuter scheinen also lecker zu schmecken.

Aber es wäre vermutlich auch sehr erstaunlich, wenn man nach einer Woche schon grundlegende Veränderungen erkennen könnte, denn gerade Mahé, Schimmi und Bambi, unsere „Rippchen“, die ja sehr schwerfuttrig sind, werden nicht in einer Woche aufholen können, was ihnen über Monate fehlte. Was ich aber bei den Ekzemkräuter-Pobanden Marzipan und Lilo feststellen konnte war, dass sie sich in dieser Woche noch nicht wieder schubberten und Marzipans Fell bekommt mehr Glanz.

Nun sind die beiden Sommerekzemer auch die beiden einzigen Pferde innerhalb dieses Experimentes, welche die Kräuter speziell für ein akutes Problem bekommen, denn ob Schimmi, Bambi und Mahé verwurmt waren, weiß ich nicht und so kann ich auch nicht sicher sagen, dass die Kräuterwurmkur ein Problem behoben hat. Die letzte Wurmkur gab ich vor einem halben Jahr – ich hätte also nun so oder so wieder entwurmen müssen, aber ich hätte gerade dem magenempfindlichen Bambi keine allopathische Wurmkur geben wollen und fühle mich bei dem Gedanken, dass Bambi, Schimmi und Mahé diesmal nicht chemisch entwurmt wurden, sehr wohl.

Bei den heutigen Fotos gibt es aber auch noch keine wirklichen Unterschiede zu sehen:

 

1. „Proband“ im Hanftest: Mahé


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Mahé hatte in dieser Woche mehrfach die Rübenschnitzel nicht gefressen, was aber nicht an den Kräutern lag, denn unter den Hafer gemischt, fraß sie die Wurmkurmischung mit großem Appetit. Obwohl sie aber mit dem Futter mäkelte, hielt sie ihr Gewicht sehr gut … ich möchte sogar behaupten, dass sie minimal zunahm. Aktuell ist sie aber noch mitten im Fellwechsel, aber den steckt sie diesmal erstaunlich gut weg und auch ihr Gangbild ist taktklar.

Ich behaupte also: Die Kräuter und der Hanf tun ihr sehr gut!

 

2. „Proband“ im Hanftest: Bambi


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Bambi steckt auch noch mitten im Fellwechsel, aber auch bei ihr geht er in diesem Frühling nicht so sehr an die Substanz, wie das sonst der Fall war. Mir kommt es so vor, als fräße sie aktuell mit besserem Appetit und würde weniger koppen – aber ich werde das speziell noch einmal beobachten. Sie hatte auch keine Magen- oder Verdauungsprobleme und wirkt von der Allgemeinkonstitution ausgehend, fitter als sonst.

Auch hier kann ich behaupten: Die Kräuter und der Hanf tun ihr sehr gut!

 

3. „Proband“ im Hanftest: Marzipan


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Wenn es ein Pferd unter den fünf Probanden des Kräuter-Hanf-Experiments gibt, bei dem ich definitiv positive Veränderungen feststellte, dann ist es Marzipan. Sie wirkt wacher und munterer und ihr Fell beginnt nun richtig zu glänzen! Auch diese Stellen, an denen die Haare vom Körper abstanden, glätten sich langsam und das Langhaar ist nach wie vor schön und voll.

Ich werde Marzipan wohl das erste Mal seit vielen Jahren frisieren dürfen, denn ihre Mähne ist so lang wie selten zuvor und der Schweif braucht auch nicht mehr viel zu wachsen, um wieder überall gleich lang und voll zu sein. Meine Sorge galt bei ihr auch den Hufen – vor allem, weil es in den letzten Wochen so trocken war und bei dieser Witterung Marzipans Hufe immer arg litten und Risse bekamen. Aber diesmal sind sie glatt und auch der letzte Rest vom Spalt ist nur noch am unteren Rand zu ahnen.

Somit kann ich auch hier behaupten: Die Kräuter und der Hanf tun ihr sehr gut!

4. „Proband“ im Hanftest: Lilo


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Wenn es Abnehmkräuter gäbe, würde ich die für Lilo brauchen, weil ich bei ihm das Gefühl habe, dass er aktuell sein Futter noch besser verwertet, denn obwohl er nun deutlich weniger Futter bekommt, habe ich den Eindruck, dass er zu genommen hat. Aber er äppelt weniger, pieschert mehr – was mich zur Überlegung bringt, dass seine Nierenfunktion durch den Brennnesselanteil in der Ekzemerkur gut angekurbelt wurde und er sich selbst durch die Kräutergabe entgiftet. Das Hauptaugenmerk liegt bei ihm ja nun bei der Behandlung vom Sommerekzem, aber wenn nun sein Stoffwechsel durch die Kräuter in Schwung kommt, könnte das ja auch seiner üppigen Figur entgegen wirken … wobei er trotzdem sein Futter besser zu verwerten scheint. Aber ich habe mir ja auch vorgenommen, mit ihm wieder ein paar Kalorien abzuturnen.

Wie schon Marzipan, hat auch Lilo sich nicht geschubbert und ich freue mich, dass wir nun doch noch die typische spanische Wallemähne erreichen dürfen, um die ich die Besitzer anderer Pferde der Pura Raza Españolabislang glühend beneidet habe. Einziger Wermutstropfen ist das Stückchen Mähne vor dem Widerrist, das letztes Jahr im Sommer durch die Befestigung vom Halsteil der Fliegendecke und im letzten Winter durch die Befestigung vom Halsteil der gefütterten Regendecke abgeschubbert wurde. Lilo bekam zwar für die Winterdecke einen „BH“, also einen Scheuerschutz und der half auch sehr gut, aber im Sommer wird er unter dem Nylonstoff vermutlich schwitzen. Seine Hufe sind auch derzeit frei von Rissen und ausgebrochenen Tragrändern und darum gilt auch für Lilo:

Die Kräuter und der Hanf tun ihm sehr gut!

 

5. „Proband“ im Hanftest: Schimmi


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Wenn ich ein Sorgenpferd habe, dann ist es mein schimmeliger Trakehnerhengst, der mit jedem Lebensjahr an Kilos zu verlieren scheint. Leider läuft er sich dazu noch jedes Gramm, das ich mühsam auf seine Rippen füttere, schneller wieder von den Rippen herunter, als ich dagegen steuern kann und obwohl er auch relativ gut frisst, sieht er aus wie ein Hungerhaken. Was ihm fehlt, ist die Ruhe, denn mit seiner überschüssigen Energie kann er einfach nicht lange entspannt grasen, sondern verbrennt die Kalorien mit seinem immensen Bewegungsdrang. Auch in dieser Woche kam er abends oft schweißnass in den Stall, weil er stundenlang am Zaun auf und abgaloppiert oder trabt. Ich habe ihn auch schon in die Box geholt, damit er sich nicht so verausgabt, aber dann treibt ihn sein Energieüberschuss die Wände hoch und er verletzt sich eher, als dass er Ruhe findet. Leider brachte auch die Zufütterung von Magnesium gar nichts.

Allerdings hatte ich am Sonntag Besuch von einer Freundin, die mich spontan fragte, ob es sein kann, dass Schimmi ein bisschen zunahm und auch wenn man immer noch die Rippen sieht und ihm noch einige Kilos fehlen, wirkt er im Augenblick nicht mehr so klapprig und zusammengefallen, sondern scheint mehr Körperharmonie zu entwickeln.

Ich finde also auch bei unserem fünften Testpferd zu dem Wochenresultat, dass die Kräuter und der Hanf ihm sehr gut tun!

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