Magere Pferde – wenn uns die Rippen aus dem Fell unseres Pferdes zuwinken

In einer Wohlstandsgesellschaft, in der es alles im Überfluss gibt, kennt man eigentlich vorwiegend das Problem des Übergewichts.

Doch während die einen mit dem Zuviel an Speck ihrer Pferde kämpfen und sich wünschen, sie würden die Kalorien nicht so gut verwerten, dass daraus umgehend Kilos werden, kämpfen die anderen um jedes Gramm Speck zu erhalten oder noch besser: Es zu vermehren, damit sich daraus Körperrundungen formen. Schließlich verbindet man schlank ja auch rasch mit „krank“ und noch immer geistert das Bild vom üppig genährten Pferd als erstrebenswertes Ideal durch viele Köpfe der Pferdebesitzer.

Nun möchte man sich als Besitzer eines mageren, schwerfuttrigen Pferdes zwar trösten, indem man sich vor Augen hält, dass Übergewicht schädlicher ist, als Untergewicht.

  • Aber oft geht mit der mangelhaften Futterverwertung auch ein Nährstoffmangel einher, da die Versorgung mit Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen nicht mehr ausreichend ist und Mangelerscheinungen sind definitiv nicht gesund.
  • Dazu kommt, dass magere Pferde nicht nur Kilos fehlen, sondern auch Energie, um ihre volle Leistungsbereitschaft anzubieten: Sie sind schneller erschöpft und weniger belastbar.
  • Wo keine jedoch kaum Energie zur Verfügung steht, können auch keine Muskeln aufgebaut werden: Ein korrektes Reiten oder systematisches Training ist also kaum möglich.
  • Ein weiteres Problem ist, dass die körperliche Schwäche und die mangelhafte Verwertung der Nährstoffe auch eine Schwäche des Immunsystems mit sich bringt: Magere Pferde haben meist zu wenig körpereigene Abwehrkräfte, um Krankheitserregern und Infekten zu trotzen.

Bevor der besorgte Pferdebesitzer nun aber nach „Dickmachern“ forscht, um sie seinem „Rippchen“ zu verabreichen, gibt es drei wichtige Punkte zu beachten:

1. die 10 Fragen, die sich der Pferdebesitzer stellen sollte


  1. Wann begann das Pferd abzunehmen (war es vielleicht immer schon so schlank)?
  2. Welche Veränderung ging mit der Abnahme des Gewichts einher (mehr Stress, Futterumstellung, Stallwechsel, verändertes Training, Rangordnungsprobleme mit Herdenmitgliedern)?
  3. War das Pferd krank?
  4. Wann wurde es letztmalig entwurmt (eventuell bestehen Resistenzen)?
  5. Wann wurden letztmalig die Zähne kontrolliert (Haken auf den Zähnen oder Verletzungen der Maulschleimhaut)?
  6. Hat das Pferd „nur“ abgenommen oder lassen sich noch andere körperliche oder physische Veränderungen feststellen (Mattigkeit, Appetitlosigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Muskelabbau, mangelnder Fellglanz, brüchiges Hufhorn)?
  7. Wie ist die Qualität des Futters (schimmeliges, staubiges Heu und Getreide, das zum Glück verweigert wird oder das vielleicht schon einen Schaden im Organismus anrichtete)?
  8. Wachsen eventuell Giftpflanzen an oder auf der Weide, zu denen das Pferd Zugang hat?
  9. Frisst das Pferd das angebotene Futter oder lässt es einen Teil der Ration im Trog
  10. Hat das Pferd Zugang zum Raufutter und bekommt es ausreichend Raufutter – mindestens 1,2  Kilo pro 100 Kilo Körpergewicht beim Erhaltungsbedarf, um Zuzunehmen braucht es mindestens 1,5 kg pro 100 Kg Sollgewicht (eventuell zu wenig Heuraufen und das Pferd wird von anderen Pferden vertrieben

2. Zufüttern von „Dickmachern“


Ein wahlloses Zufüttern von stärkereichen „Dickmachern“ oder eine drastische Erhöhung der Krippenfuttermenge kann den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und das Gegenteil davon bewirken, was man damit erreichen wollte. Im schlimmsten Fall wird das Pferd aber nicht nur nicht dicker oder gar noch dünner, sondern

  • zeigt aufgrund von Fehlgärungen Koliksymptome
  • bekommt durch den nicht verwerteten Eiweißüberschuss einen Kreuzverschlag
  • erkrankt aufgrund der schwerverdaulichen Zucker und Stärke an Hufrehe
  • wird massiv übersäuert, weil große Mengen an kohlehydratreichen Futtermitteln zu einer explosionsartigen Vermehrung der kohlehydratspaltenden Bakterien (Streptokokken) und einer massenhaften Freisetzung von Milchsäure führt. Die verursacht ein Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien und eine Freisetzung von Giftstoffen (Endotoxine) und eine Übersäuerung im gesamten Organismus
  • neigt zu vermehrter Magensäurebildung und damit zu Magenschleimhautentzündungen oder gar Magengeschwüren
  • oder zeigt ähnlichen krankhafte Reaktionen des Körpers auf schwerverdauliche und zu große Kraftfuttermengen

Es ist also dringend davon abzuraten, das Futter auf eiweiß- und stärkereiche Futterkomponenten umzustellen, ohne zuvor eine durchdachte Bedarfsermittlung und Futterrationsberechnung durchgeführt zu haben.

3. Mögliche Gründe für plötzliche Gewichtsverluste

Für einen plötzlichen Gewichtsverlust und meist auch für die Schwerfuttrigkeit gibt es einen Grund. Auch das kalorienreichste Futter wird nur bedingt helfen, wenn die Ursache für die Magerkeit des Pferdes nicht behoben wird und die kann mit folgenden Problematiken zusammenhängen:

  • Zahnprobleme

Sie äußern sich oft schon, wenn das Pferd beim Heufressen „Röllchen“ ausspuckt, ihm das Futter beim Kauen aus dem Maul fällt oder es plötzlich zögerlich frisst. Bei Reitpferden kann man auch eine „Mauligkeit am Trensengebiss“ feststellen. Teilweise schon mit der Widersetzlichkeit, das Gebiss überhaupt anzunehmen.

Abgesehen davon, dass das Kauen dem Pferd Schmerzen bereitet und sein Wohlgefühl stark beeinträchtigt ist, frisst es auch weniger und durch das mangelhafte Kauen wird die Nahrung im Maul nicht ausreichend zerkleinert, um im Verdauungstrakt optimal verwertet zu werden. Dazu kommt das unzureichende Einspeicheln der Nahrung: Der Speichel enthält die Substanz Bikarbonat, die als Säurepuffer die Magenschleimhaut vor den Angriffen der Magensäure und damit vor Magenproblemen (Gastritis, Magengeschwüre) schützt.

Schnelle Abhilfe schafft ein Pferdezahnarzt, der störende Haken abraspelt, welche beim Kauen die Maulschleimhaut verletzen. Manchmal liegen auch Entzündungen vor, die einer Behandlung bedürfen, damit sich das Pferd wieder wohl fühlt und sein Futter wieder genießen und verwerten kann.

  • Verwurmung

Parasiten im Magen und im Darm spielen bei plötzlichem Gewichtsverlust von Pferden eine große Rolle, denn sie behindern die Nahrungsaufnahme im Darm. Kommen ein struppiges Fell und ein aufgetriebener „Trommelbauch“ dazu, sollte man an eine Verwurmung denken.

Manchmal reichen aber selbst allopathische Wurmkuren nicht aus, um die Plagegeister wieder loszuwerden, denn gegen die können die Darmparasiten auch Resistenzen entwickeln. Vor allem Bandwürmer trotzen herkömmlichen Pasten und erfordern schwerere Geschütze, um den Rückzug anzutreten.

Die Untersuchung von Kotproben, von mehreren Tagen gesammelt und im Labor überprüft, können Aufschluss über die Art der Verwurmung und die beste Therapie geben.

Wichtig ist jedoch, den Wurmdruck von Außen zu vermindern (Abäppeln der Weide und Ausbringen von Substanzen, die Wurmeier in der Erde abtöten, ausreichend große Flächen, sauberes Entmisten der Boxen, keine zu getreide- und zuckerhaltige Fütterung, welche die Würmer lieben), denn eine allopathische Entwurmung beeinträchtigt auch das Immunsystem, weil sie nicht nur die Darmparasiten abtötet, sondern auch die Darmflora angreift – und der Darm ist das Zentrum der Gesundheit und der Ort, der für ausreichende körperliche Abwehrkräfte sorgt. Die Wurmpaste wirkt also nur gegen die Würmer, die sich gerade im Pferd befinden. Die Wurmeier, die mit der Einstreu und über das Gras ins Pferd gelangen, haben es nach einer Wurmkur noch leichter, es sich im Verdauungstrakt gemütlich zu machen und vom Futter zu partizipieren.

Sinnvoll ist es, den Pferden von Zeit zu Zeit eine Kräuterwurmkur zu verabreichen. Sie enthält Kräuter, die das Milieu im Verdauungstrakt wurmunfreundlich machen, sodass sich die Parasiten gar nicht erst wohl fühlen.

  • Haltungsbedingungen:

Magere Pferde findet man leider vor allem oft dort, wo man es am wenigsten erwarten würde: In der artgerechten Herdenhaltung. Wobei vorauszuschicken ist, dass die Haltung von Pferden in Gruppen keineswegs abzulehnen ist. Im Gegenteil: Sie ist die Haltung, die den Bedürfnissen der Pferde am nächsten kommt – vorausgesetzt, die Bedingungen sind auch für die rangniedrigen Tiere optimal.

Hierbei wiegt zunächst einmal das Problem der zu kleinen Flächen recht schwer. Solange die Individualdistanz jedes Pferdes beachtet werden kann – was bedeutet, dass rangniedrige Tiere auch genügend Platz zum Ausweichen finden – bleibt der Friede in der Regel auch gewahrt. Damit bleibt auch der Stresspegel niedrig und auch rangniedrige Tiere finden einen Platz, wo sie nicht gestört und vertrieben werden. Wo jedoch die Platzverhältnisse beengt sind, finden rangniedrige Tiere nicht die Ruhe, das aufgenommene Gras auch zu verdauen – durch den Stress verwerten sie die Nahrung nicht ausreichend.

Ein weiteres Problem, das zur Abmagerung einzelner Herdenmitglieder führen kann, ist die Zufütterung. Auf einer gut bewachsenen Weide bekommen alle Pferde genug Futter und keiner neidet dem anderen das Gras, das er frisst. Wird jedoch zugefüttert, entsteht Futterneid und Stress beim Kampf um den besten Platz an der Futterkrippe oder an der Heuraufe. Stehen nicht genügend Fressplätze zur Verfügung, werden rangniedrige Tiere vom Futter vertrieben, können nicht in Ruhe fressen und bekommen zu wenig Nährstoffe.

Auch ständig wechselnde Herdenkonstellationen können rangniedrige Pferde Körpergewicht kosten, denn sie müssen ihren Platz in der Gruppe immer wieder gegen Neuankömmlinge verteidigen und dafür brauchen sie mehr Energie.

Ideal, um allen Herdenmitgliedern ausreichend Futter und die Ruhe zum Fressen und Verdauen zu sichern, wären zum einen ausreichend große Flächen – pro Pferd rechnet man im Idealfall eine Fläche von einem halben Hektar.

Zum anderen sollten genügend Futterplätze zur Verfügung stehen, die weit genug auseinander liegen. Noch besser sind Fressstände oder abgetrennte Einzelboxen in Sichtweite zur Herde, in denen magere Pferde ihr Futter in Ruhe fressen können und Zeit haben, es auch erst eine Stunde lang zu verdauen, bevor sie wieder in die Herde zurückkehren.

Aber auch bei Pferden, die überwiegend in Einzelboxen gehalten werden, kann Unruhe im Stall die Futteraufnahme erschweren – für ein entspanntes Umfeld zu sorgen, kann das Problem schon beheben.

  • Stress und Nervosität:

Sehr nervöse Pferde finden auch oft wenig Ruhe für die Nahrungsaufnahme. Sie lassen sich durch jedes Geräusch ablenken und meist liegt noch ein Teil des Frühstücks im Trog, wenn man das Mittagessen serviert. Hilfreich kann das Zufüttern unserer Kräutermischungen sein, um das angespannte Nervenkostüm zu beruhigen. Trotzdem sollte während der Nahrungsaufnahme möglichst Ruhe im Stall herrschen.

Hormoneller Stress kann ebenfalls zum Abbau von Körpermasse führen. Schuld ist dabei, dass den Hengst keine Ruhe zum Fressen finden lässt, ist nicht nur das Fruchtbarkeitshormon Testosteron, sondern Stresshormone, welche im Übermaß ausgeschüttet werden, wenn der Hengst nur noch an die Stuten denkt. Sie beeinflussen im weitesten Sinn auch den Fett- und den Aminosäurenstoffwechsel und die Umwandlung von Glukose in Energie.

  • Schmerzen

Pferde geben keine Schmerzlaute von sich. Wenn ihnen etwas weh tut, ertragen sie den Schmerz still und oft unbemerkt. Krankheiten wie Huflederhautentzündungen, Kissing Spines, Spat oder Arthrose, bleiben trotz ihrer Schmerzhaftigkeit meist lange Zeit unentdeckt, bis das Pferd lahmt. Noch schwieriger wird es bei organischen Problemen, wie Nieren- oder Leberkrankheiten, die man dem Pferd äußerlich kaum ansieht. Ähnlich verhält es sich mit Hautreizungen, die schnell übersehen werden. Der Zusammenhang zwischen dem Gewichtsverlust und Schmerzen liegt jedoch nah, denn wenn das Wohlbefinden des Pferdes gestört ist, leidet auch der Appetit. Insofern ist eine Ursachenforschung für plötzliche Appetitlosigkeit oder einem unerklärlichen Gewichtsverlust unerlässlich, denn wenn Schmerzen sich dahinter verbergen, sollten dringen eine Behandlung erfolgen – meist nimmt das Pferd dann wieder ganz von selbst zu.

  • Krankheiten und Nährstoffmangel

Magert ein Pferd plötzlich ab, kann eine Krankheit dahinter stecken. Am naheliegendsten sind Magengeschwüre oder Magenschleimhautentzündungen, die durch Stress, aber auch durch eine üppige Getreidefütterung, zu wenig Raufutter oder zu lange Hunger-Zeiträume zwischen den Fütterungen entstehen (siehe hier) Treten immer wieder Koliksymptome auf und nimmt das Pferd trotz ausreichender Fütterung nicht zu, besteht bereits die Verdachtsdiagnose auf Magenprobleme. Auch bei der „Unart“ Koppen kann manchmal ein Magengeschwür dahinter stecken. Eine Gastoskopie ist immer ratsam, wenn der Verdacht auf Irritationen der Magenschleimhaut besteht.

 

Stoffwechselstörungen wie das Equine Cushing Syndrom (siehe hier) können ebenfalls zu plötzlicher Abmagerung führen. Ein Test schafft Gewissheit und eine Behandlung verhilft dem Pferd wieder zu uneingeschränktem Wohlbefinden und nicht zuletzt auch dazu, die fehlenden Kilos wieder zuzunehmen.

Leber- und Nierenprobleme treten vor allem nach Vergiftungen (Giftpflanzen, Schimmelpilze) auf. Manchmal steckt hinter dem Verlust von Körpergewicht der Kampf des Organismus gegen die Toxine oder bereits eine Schädigung der Entgiftungsorgane. Der Tierarzt kann die Leber- und Nierenwerte überprüfen und sollte sich der Verdacht bestätigen, eine entsprechende Therapie einleiten.

Jede Infektionskrankheit schlägt sich im Appetit des Pferdes nieder. Husten oder eine Sinusitis sind zwar Krankheiten, die offensichtliche Symptome zeigen und im Prinzip nicht zu übersehen sind. Oft schiebt man das Husten jedoch erst mal auf den Staub des Reithallensandes oder der Einstreu. Hustet ein Pferd jedoch regelmäßig, wenn seine Atemwege mit Staub konfrontiert werden, ist dies auch kein „normaler“ Zustand und es bedarf einer Abklärung durch den Tierarzt und einer Behandlung. Ähnlich verhält es sich mit der Sinusitis: Läuft bereits der Eiter aus den Nüstern, dann besteht das Problem ganz sicher schon länger und wäre vermutlich mit der Appetitlosigkeit oder gar einem Gewichtsverlust in Zusammenhang zu bringen gewesen.

Außerdem gehören Mangelerscheinungen zu den Gründen, warum ein Pferd plötzlich ab- aber nicht mehr zunimmt – hier kann eine Blutuntersuchung Klarheit schaffen und – im Fall eines Nährstoffmangels – kann gezielt zugefüttert und Fehlendes ergänzt werden.

Beobachtet man einen scheinbar unbegründeten Gewichtsverlust beim Pferd, sollte in jedem Fall der Tierarzt hinzugezogen werden.

  • Futter

Ist das Futter dem Bedarf des Pferdes nicht angepasst, wird es nicht zunehmen oder im schlimmsten Fall abnehmen – eine bedarfsgerechte Rationsberechnung sorgt dafür, dass das zu schlanke Pferd auf gesunde Weise zunimmt. Allerdings ist dabei auf qualitativ hochwertiges Futter zu achten. Mit Schimmelpilzen kontaminiertes Getreide oder Raufutter schadet dem Pferd mehr, als es ihm hilft.

  • Training

So wichtig es für den körperlichen und mentalen Ausgleich wichtig ist, Pferde ausreichend Bewegung anzubieten, so schädlich kann die sein, wenn beim Reiten oder Longieren der Biomechanik des Pferdes nicht berücksichtigt wird. Res kann zu schweren Blockaden und zur Muskelübersäuerung oder zu Muskelverspannungen kommen, die das Wohlbefinden des Pferdes beeinträchtigen und den Appetit vermindern.

Jede Form von unsachgemäßem Training (Rollkur, absolute Aufrichtung, Überforderung) führt zu körperlichem Stress und der spiegelt sich dann im Abbau von Körpermasse wider. Im schlimmsten Fall entstehen Magengeschwüre.

Obwohl im Bereich der Sportpferdefütterung eher zuviel des Guten getan wird, um noch mehr Energie und Leistungsbereitschaft zu erzielen, erreicht man damit oft eher das Gegenteil: Der Stoffwechsel gerät durcheinander und das Pferd verliert die Leistungsfähigkeit. Aber nicht nur ein Übermaß an Futter kann zu Problemen führen – auch eine Mangelernährung führt zu verminderter Leistungsfähigkeit des Pferdes und zum Abbau von Körpermasse, weil nicht genügend Energie aus der Nahrung zur Verfügung steht. Um nicht zu viel und auch nicht zu wenig Futter anzubieten, sondern den Bedarf, gemessen an der Intensität des Trainings zu ermitteln, ist eine Futterrationsberechnung sinnvoll

  • Schwerfuttrigkeit:

Vor allem bei Senioren kann man oft feststellen, dass sie trotz bedarfsgerechter Futterportionen und gutem Appetit abnehmen. Meist liegt es daran, dass sie das Futter nicht mehr ausreichend kauen und verwerten können – sie werden schwerfuttrig. Meist hilft es, wenn man leichtverdauliche Nahrung anbietet, wie eingeweichte Heucobs, Zuckerrübenschnitzel, gekochten Hafer mit Leinsamen oder zwischendurch auch Mash (Kalzium-Phosphor-Verhältnis beachten!). Es werden auch spezielle Seniorenmüslis angeboten, die auch bei kleineren Futterportionen genügend Nährstoffe enthalten und den teilweise sehr wählerischen Rentnern auch schmeckt, denn leider nimmt in der Regel auch die Akzeptanz des Futters bei Senioren ab.

Wann ist ein Pferd zu dünn


Die Frage, wann ein Pferd zu dünn ist, scheint manchmal schwer zu beantworten zu sein, denn die meisten Pferdebesitzer haben ein Bild von einem rund gefütterten Pferd vor Augen, das dem Ideal zu entsprechen scheint. Aber weniger ist in dem Fall trotzdem mehr: Mehr Vitalität, mehr Gesundheit, mehr Leistungsbereitschaft, mehr Fruchtbarkeit, mehr Wohlbefinden!

Natürlich sollten sich die Rippen nicht deutlich erkennbar unter dem Fell abzeichnen, aber sie sollten leicht schimmern oder zumindest noch mit wenig Druck ertastbar sein und nicht unter einer mehr oder weniger dicken Fettschicht „verschwinden“.

Doch auch mit diesem Wissen ist es nicht leicht zu beurteilen, ob ein Pferd dick, muskulös oder seinem Rassetypus entsprechend barock gebaut ist.

Ein üppig bemuskeltes Dressurpferd mag auf manchen Betrachter den Eindruck machen, als sei es zu dick oder als hätte einen „Speckhals“. Mit dem Erzielen der natürlichen Aufrichtung, welche die Erhabenheit fördert, gewinnt auch die Muskulatur der Halsoberlinie an Imposanz und die Muskeln der Kruppe wachsen – das Pferd wirkt insgesamt runder und abgedrehter in seiner Form. Diese Körpermasse ist jedoch nicht angefüttert, sondern antrainiert und insofern ist ein Dressurpferd nicht unbedingt fettleibig, nur weil es optisch nicht so schlank wirkt, wie ein englisches Vollblut im Rennsport, bei dem man die Rippen durchs Fell schimmern sehen soll. Wobei das Rennpferd trotzdem keineswegs als mager bezeichnet wird. Schließlich gilt bei den Galoppern sogar, dass ein Kilogramm zuviel auf 100 Metern eine Pferdelänge Verlust bedeutet.

Im Distanzsport, im Busch und auf der Rennbahn, wo es auf Geschwindigkeit und Ausdauer ankommt, zählt die schlanke Linie und die Muskulatur des Ausdauersportlers ist eine andere, wie die des „Kraftsportlers Dressurpferd“.

Aber auch das Exterieur des Vollblutpferdes unterscheidet sich vom Gebäude des Warmblüters: Rennpferde sind meist hochbeiniger, verfügen über mehr „Wind unter dem Bauch“ und haben eine schlankere Silhouette.

Hält man hingegen ein Barockpferd, dann gehören üppigere Rundungen zu den rassetypischen Merkmalen. Ein Spanier ist meist kurz im Rücken und verfügt über viel Aufrichtung – er wirkt auch bei zu seiner Größe passendem Gewicht kompakter als beispielsweise ein englisches Vollblutpferd.

Der Trend geht aber grundsätzlich in Richtung Gewichtskontrolle – doch…

…wann ist ein Pferd nun schlank und wann ist es zu dünn?

Wenn bei einem Pferd

  • die Rippen deutlich zu sehen sind – sie also nicht nur leicht durchs Fell schimmern

 Magere Pferde

  • die Hüftknochen und das Kreuzbein vorstehen

 Magere Pferde

  • am Rücken und Widerrist die einzelnen Wirbel hervortreten oder zumindest deutlich auszumachen sind
  • kaum Fetteinlagerungen bestehen

Wer sich trotzdem nicht sicher ist, ob sein Pferd zu dünn, ideal im Gewicht oder gar zu dick ist, dem kann eine Einteilung mit Hilfe des Body Condition Score bei der Beurteilung helfen:

Hierbei werden sechs Körperregionen auf einer Skala von 1 bis 9 bewertet, wobei 1 kachektisch und 9 adipös bedeutet. Der Gesamtscore errechnet sich aus dem Durchschnitt der sechs einzelnen Scores. Zu dünn ist ein Pferd, wenn der Body Condition Score weniger als 4 beträgt. Was über vier und bis fünf bewertet wird, gilt als Idealgewicht. Was über einem Body Condition Score von 5 liegt, zählt zur Kategorie der Moppelhühs.

  • (1) Hals:Der Hals bietet sich auf ideale Weise an, um Fettgewebe von der Muskulatur zu unterscheiden. Bei gut genährten Pferden wird der Ernährungszustand nach der Menge an Kammfett beurteilt. Bei dünnen Pferden, die keinen Fettansatz am Hals aufweisen, wird der Ernährungszustand nach der Bemuskelung eingeteilt.
  • (2) Schulter:Der Unterschied zwischen Fettgewebe und Muskulatur ist an der Schulter gut zu beurteilen. Bei gut genährten Pferden wird der Ernährungszustand nach der Menge an subkutanem Fettgewebe bewertet. Bei dünnen Pferden, die nur geringen Fettansatz an der Schulter aufweisen, wird der Ernährungszustand nach der Bemuskelung eingeteilt.
  • (3) Rücken: Am Rücken ist es nicht ganz so leicht, zwischen Fettgewebe und Muskulatur zu unterscheiden, weil die Haut dick (bis zu einem Zentimeter) und straff ist.
  • (4) Brustwand: Die Konsistenz und die Dicke des Gewebes über den Rippen dient der Bemessungsgrundlage des Fettansatzes an der Brustwand. Dabei geht es um Fingerspitzengefühl, denn je weicher das Gewebe über den Rippen und umso größer die Eindrücktiefe der Fingerkuppen, desto mehr Fettansatz wird der Brustwand zugeschrieben.
  • (5) Hüfte: An der Hüfte ist die Haut relativ dick. Das macht es besonders schwer, das subkutane Fettgewebe von der Muskulatur zu trennen. Als Kriterium für den Ernährungszustand dienen bestimmte Knochenstrukturen am Becken, welche je nach Fettansatz und Bemuskelung mehr oder weniger eingebettet sind.
  • (6) Schweifansatz:Am Schweifansatz wird das Gewebe um die ersten vier Schwanzwirbel, welche das hintere Ende der Kruppe bilden und in den Schweif übergehen, zur Beurteilung herangezogen. Hier befindet sich nur wenig Muskulatur und der Ansatz von subkutanem Fettgewebe ist hier groß. Von ihm sind größtenteils die Konturunterschiede in den einzelnen Unterteilungen abhängig.

Es gibt mittlerweile nicht nur den Service der Pferdewaage, sondern auch Spezialisten, die anhand der Messerergebnisse an den sechs Körperregionen den Body Condition Score errechnen.

Liegt das Ergebnis unter einem Body Condition Score von vier, gibt es Handlungsbedarf, denn leiderwirkt sich die mangelnde Körpermasse nicht nur auf das optische Erscheinungsbild des Pferdes aus. Oft haben dünne Pferde aufgrund vom Nährstoffmangel auch ein stumpfes Fell, brüchiges Hufhorn, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit und ein schwaches Immunsystem.

Auffüttern – Kräuter und Kraftfutter für Kilos


Sind im Vorfeld alle Gründe für das Abnehmen geklärt und beseitigt und liegt es nun wirklich nur noch an der Fütterung, dass das Pferd mager ist, kann man sich daran machen, das Pferd wieder aufzufüttern.

  • Heu und Heulage

Grundsätzlich stellt qualitativ hochwertiges Heu die Basis einer gesunden Pferdeernährung dar, weil sonst die Verdauung im Dickdarm nicht funktionieren kann. Die zellulose-spaltenden Bakterien würden ohne die Zufuhr von Rohfaser schon nach wenigen Stunden absterben...

Pro 100 Kilogramm Körpergewicht werden für den Erhaltungsbedarf eines Pferdes, das zunehmen soll und nicht mehr als eine Stunde leicht gearbeitet wird, 1,5 Kilogramm Heu gefüttert. Bei mageren Pferden ist bei der Bemessung der Heuration jedoch nicht das aktuelle Gewicht des Pferdes maßgebend, sondern das Sollgewicht, das es zu erreichen gilt. Wiegt das Pferd also 400 kg und soll 100 kg zunehmen, um dann 500 kg zu wiegen, reichen 4 x 1,5 kg Heu = 6 kg nicht aus, sondern es müssen 5 x 1,5 kg = 7,5 kg Heu zur Verfügung gestellt werden.

Ein Pferd braucht genügend Raufutter, Die zellulose-spaltenden Bakterien sind von der Rohfaser abhängig und sterben schon nach wenigen Stunden ohne Rohfaser. Ohne die zellulose-spaltenden Bakterien kann nun die Rohfaser aber schlechter verwertet werden und hier beginnt das Problem der zu dünnen Pferde: Das Pferd zieht den Hauptteil seiner Energie aus der Rohfaser (durch Umwandlung in flüchtige Fettsäuren) und wird nun viel Kraftfutter und wenig Raufutter angeboten, bleibt ein mageres Pferd weiterhin mager.

Manche Pferde decken ihren Raufutterbedarf bei zu wenig Heu an der Stroheinstreu

Das birgt jedoch die Gefahr einer Anschoppungskolik, denn Stroh enthält neben genügend Rohfaser auch Lignin und diese „holzige“ Substanz vermehrt den Umfang der Kotballen, wodurch es zur Verstopfung kommt.

Oft ist die Ursache einer gestörten Darmaktivität ein zu geringes Raufutterangebot. Es kann auch nach einer Futterumstellung, bei der mehr Heu gefüttert wird, entsprechend lange dauern, bis das Pferd das ihm angebotene Futter auch entsprechend verwerten kann.

Ideal ist der freie Zugang zum Heu. Ist das nicht möglich, sollte vor jeder Kraftfuttergabe Heu gefüttert werden.

Heulage als Alternative zum Heu ist nicht ganz ideal, auch wenn es ganz gewiss auch hochwertige Heulage gibt. Die genaue Zusammensetzung und Qualität der Heulage hängt sehr stark von der Gräserzusammensetzung und dem Erntezeitpunkt ab. Ist die Heulage zu nass in Folie gewickelt worden, ist ihre Textur weich und regt die Pferde nicht zum vermehrten Kauen und Einspeicheln der Fasern an. Es fehlt folglich der Säurepuffer vor der Magenschleimhaut, der aus dem Speichel vor die Magenwand gelangt. Dazu kommt, dass die Silage selbst ebenfalls sauer ist, sehr eiweißreich ist und oftmals wenig Rohfaser enthält – das Ergebnis kann eine Übersäuerung des Organismus sein. Bei Pferden mit Magengeschwürneigung sollte man darum dringend von der Fütterung der Heulage absehen.

  • Getreidefütterung

Als klassische Dickmacher gilt Mais, den es auch als leichter verdauliche hydrodermisch aufgeschlossene Maisflocken oder Maiscobs zum Einweichen gibt. Auch die Flocken und die Cobs enthalten viel Stärke. Darum sollte ihr Anteil im Kraftfutter 25 % nicht übersteigen. Vielfach wird berichtet, dass Mais wenig Energie liefert und beobachtet wurde, dass mit Mais gefütterte Pferde schneller und stärker schwitzen – man erkennt daran, dass zuviel Stärke den Stoffwechsel belastet.

Natürlich liefern Gerste, Mais, Weizen und Hafer Kohlenhydrate, die zum Aufbau von Körpermasse beitragen. Trotzdem besteht bei der Fütterung von Getreide die Gefahr der Übersäuerung, denn ein Kilo Hafer wird von einem Pferd sehr viel schneller gefressen, als ein Kilo Heu, weil das Heu intensiver gekaut und eingespeichelt wird. Der Speichel sorgt im Magen für den Schutz der Magenschleimhaut vor der Magensäure.

Wird nun aber Getreide wenig gekaut und eingespeichelt, wird zum einen die Rohfaserverdauung weiter eingeschränkt. Zum anderen kommt es bereits im Anfangsteil des Magens zur Aufspaltung leicht verdaulicher Kohlenhydrate durch im Futter enthaltener Mikroorganismen. Dadurch entsteht Milchsäure, welche die Magenschleimhaut angreift. Es kann zu Magenschleimhautreizungen bis hin zu Magengeschwüren kommen, weil im vorderen Magenbereich die Schleimhaut nicht vor Säureangriffen geschützt ist, nachdem sie vom Magen erst in tieferen Bereichen selbst produziert wird.

Für ein Warmblutpferd gilt darum, dass es pro Kraftfuttergabe nicht mehr als ein Kilo Getreide in den Futtertrog bekommen sollte. Wer sein Pferd also mit Getreide auffüttern möchte, muss die Kraftfutterration auf mindestens vier Mahlzeiten verteilen, vor denen selbstverständlich jedes mal Heu gefüttert werden sollte.

Ein weiteres Problem der Getreidefütterung ist der noch zu trockene Nahrungsbrei, der entsteht, weil Kraftfutter zu schnell gefressen und damit schlecht eingespeichelt wird. Im Magen bilden sich Klumpen, weil die die trockne Masse nicht komplett mit Magensäure durchmischt werden kann. Dadurch wird nicht nur die Verdauung gestört. Auch die Funktion der Magensäure, welche die Aufgabe hat, Keime im Futter abzutöten, ist eingeschränkt und so können die überlebenden Keime zusammen mit den Futterklumpen in den sterilen Dünndarm gelangen.

Im Dünndarm erfolgt die Neutralisierung des Nahrungsbreis mit Gallenflüssigkeit, wobei jedoch nicht nur die enthalteneMagensäure,  sondern auch die bei der Zersetzung von Kraftfutter entstehende Milchsäure neutralisiert wird. Bei kleinen Futtermengen reicht die Gallenflüssigkeit aus, um den Nahrungsbrei säurefrei weiterzutransportieren. Ist die Portion allerdings zu groß, entsteht zum einen eine sehr hohe Konzentration an Milchsäure. Zum anderen reicht die Gallenflüssigkeit nicht aus, um den Nahrungsbrei zu neutralisieren. In der Folge führt das dazu, dass die Säure die Darmschleimhaut reizt und die Darmperistaltik (Darmmotorik) eingeschränkt wird, was die häufig tödlich verlaufende Dünndarmkolik zur Folge haben kann.

Im Prinzip ist das Verdauungssystem des Pferdes auf die Verwertung von Gräsern und Kräutern ausgerichtet. Darum ist der Dünndarm auch nicht der Hauptort der Futterverwertung, denn dort verbleibt der Nahrungsbrei gerade mal 1,5 Stunden – diese Zeit reicht nicht aus, um eine große Menge an Kraftfutter verwerten zu können und so gelangt das nicht verwertete Getreide in die Gärkammern des Dickdarms, wo eigentlich ein neutraler bis leicht basischer pH-Wert vorhanden sein muss, weil sonst ein Massensterben der zellulose-spaltenden Bakterien beginnt. Aber die im Futterbrei verbliebenen Milchsäurebakterien zersetzen das Futter und es entsteht Milchsäure im Dickdarm, wo der Säureanstieg außerdem für Darmschleimhautschäden sorgt und über die können dann Bestandteile der abgestorbenen Bakterien ins Blut gelangen. In der Folge entstehen beispielsweise Stoffwechselkrankheiten wie zum Beispiel Hufrehe.

Eine Übersäuerung des Organismus durch eine getreidelastige Fütterung zeigt sich meist nicht nur im Abbau von Körpermasse, sondern auch durch Kotwasser, Verspannungen und Durchfall. Dazu kommen struppiges, glanzloses Fell und brüchiges Hufhorn als Folge von Mineralverlusten aufgrund eines nicht intakten Verdauungssystems.

Wenn Getreide gefüttert werden soll, dann nur in kleinen Portionen von höchstens einem Kilo und am besten in mehreren Fütterungen täglich. Hafer ist anderen Getreidesorten grundsätzlich vorzuziehen. Um ihn leichter verdaulich zu machen, kann man ihn zusammen mit Wasser und Leinsamen kochen. Ein Teelöffel Natronpulver wirkt zusätzlich als Säurepuffer.

  • Rübenschnitzel

Gut und lange genug eingeweichte Rübenschnitzel (Pellets mindestens 8 Stunden mit genügend Wasser und feine Schnitzel mindestens 2 Stunden – sie sollten mit Wasser gut bedeckt sein und quellen nicht so stark wie pelletierte Rübenschnitzel) sind sehr mineralstoffreich und werden gerne gefressen. Allerdings sollte man auf weitgehend entzuckerte Sorten zurückgreifen, denn auch die Verdauung von Zucker ist für den Organismus nicht unproblematisch.

  • Mash

Auch wenn das Breichen aus Hafer, Leinsamen und Weizenkleie eine willkommene Abwechslung im Futtertrog ist, sollte es nicht täglich verfüttert werden, denn Weizenkleie ist sehr phosphorreich und so kann sich das Kalzium-Phosphor-Verhältnis (1,5:1 bis 2:1) zu Gunsten des Phosphoranteils verschieben – die Aufnahme von Kalzium wird eingeschränkt. Das führt auf Dauer zu einer Entmineralisierung der Knochen.

Ein weiteres Problem bei der Dauergabe von Mash ist, dass es leicht abführend wirkt und die Darmperistaltik erhöht. Ein Pferd, das täglich Mash bekommt, könnte mit Durchfall reagieren und der wirkt der Gewichtszunahme entgegen, weil die Nahrung nicht mehr ausreichend verdaut wird.

  • Pflanzenöle

Grundsätzlich bieten sich hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle als Energiequelle an, denn 100 Milliliter entsprechen ungefähr einem Kilo Kraftfutter.

Allerdings können Pferde Öle nicht so gut verdauen und so sollte man eine Maximaldosis von 400 Millilitern pro Tag keinesfalls überschreiten. Außerdem müssen Öle langsam angefüttert werden: Beginnend mit 50 ml kann man die Menge wöchentlich um 50 ml steigern.

Es eignen sich Sonnenblumenöl, Schwarzkümmelöl und Leinöl ganz besonders gut. Um aber den positiven Samenschleim zu nutzen, ist eine Fütterung von gekochtem Leinsamen sinnvoller.

Wer sich die Arbeit mit dem Kochen der Samen nicht machen möchte, dem bieten wir unsere Schwarzkümmelflakes (klick hier) und unsere Leinkuchenflakes (klick hier) hier an. Sie eignen sich zum Auffüttern magerer Pferde und versorgen sie mit wichtigen essentiellen Fettsäuren, ohne den Magen zu belasten.

  • Bierhefe:

Generell verbessert die Fütterung von Bierhefe die Nährstoffaufnahme und Verwertung im Darm. Sie trägt damit dazu bei, die Verdauung zu unterstützen und liefert überdies wertvolle B-Vitamine sowie ein sehr gutes Aminosäureangebot auf.

Kräuter und Samen


  • Bockshornkleesamen: Er istein hervorragendes Mittel bei allgemeiner Schwäche des Körpers und des Organismus ist und in Zeiten der Rekonvaleszenz eine gute Hilfe sein kann, um Pferde wieder ans Fressen zu bekommen, denn besonders bewährt hat sich der Einsatz von Bockshornkleesamen auch als Appetitanreger bei schwerfuttrigen Pferden, bei älteren Pferden zum Entgegenwirken von Gewichtsverlust durch schlechte Verdauung und zum Auffüttern bei mageren Tieren, sowie als Mittel zur Vorbeugung gegen Verdauungsprobleme

 

  • Die Hanfsamen sind wahre „Vitalnüsschen“, die rein natürliche, organische und daher für den Organismus leicht verfügbare Verbindungen reichlich enthaltener Mineralien und Spurenelemente, wie Magnesium, Zink, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen, die antioxidativ wirkenden Vitamine C und E, essentielle B-Vitamine, sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide zur Verfügung stellen. Hanf gehört zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten und ist sogar die einzige Ölfrucht, welche alle neun für den tierischen Organismus essentiellen Aminosäuren und alle essentiellen Fettsäuren enthält. Hanfsamen wird zur Behandlung von Koliken, Durchfällen, Kotwasser, zum Auffüttern magerer Pferde und zum für die Rekonvaleszenz empfohlen.

 

  • Schwarzkümmelflakes und Leinkuchenflakes 
  • Tausendgüldenkraut: Schon Sebastian Kneipp schätzte das Tausendgüldenkraut als Universalmittel, denn er machte die Erfahrung, dass es Magenwinde verdrängt, unbrauchbare und ungenügende Sekrete fortschafft, die Magensäfte verbessert und sich günstig auf Leber und Niere auswirkt. Für ihn ist es das beste Mittel gegen zuviel Magensäure (Sodbrennen) und er schrieb: Der Name lautet auf eine hohe Summe, die Hilfe spendet das Kraut einem jeden umsonst“.Seine Wirkung verdankt das Tausendgüldenkraut den enthaltenen Bitterstoffen (Amarogentin und Gentiopikrin), das es zu einem Allheilmittel für alle Beschwerden macht, die auf kraftlose Verdauung zurückzuführen sind. Es wird als mild wirkendes Magenkraut eingesetzt, das gegen Appetitlosikeit wirkt (nicht anwenden bei Magengeschwüren)
  • Süßholzwurzel: Ihre Stärken liegen im Schutz der Magen- und Darmschleimhaut, wo sie bei Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren ihren Einsatz findet, denn das Glycyrrhizin wandelt sich im Darmtrakt in Glycyrrhetinsäure um, die einen stabilisierenden Einfluss auf den Darm ausübt und deutlich entzündungshemmend wirkt. Die Süßholzwurzel gilt auch als schmerzstillend. Dazu kommt ein bakerien- und virenhemmder Effekt. Von Bedeutung ist auch die krampflösende Wirkung der enthaltenen Flavonoide, die positiv auf den Darm wirken und sie regt den Appetit an.

Die Kräuter sind als Einzelkräuter im Shop vorrätig. Wir planen jedoch eine „Mash-Mischung“, die speziell auf verdauungssensible Pferde ausgerichtet sein wird, die zunehmen dürfen. Diese Kräutermischung kann dann zum Hafer und zur Weizenkleie hinzu gegeben werden (EMS-Pferde sollten keine Weizenkleie bekommen), sodass jeder sein Mash selbst zusammenstellen kann, das wir mit unserer Kräuter-Mischung dann ergänzen.Derzeit befindet sich die Mischung jedoch noch in der Testphase.

Bitte beachtet beim „Rundfüttern“ Eurer mageren Pferde, dass jede Futterumstellung allmählich durchgeführt werden muss, weil die Darmflora des Pferdes sehr spezialisiert ist und sich auf ungewohntes Futter erst einstellen muss.

 

Eure  Sabine Bröckel – Tierheilpraktikerin

Hinweis

Dieser Text beruht auf eigenen Erfahrungen und Fachliteratur. Ein Heil- oder sonstiges Versprechen ist daraus nicht abzuleiten.

Für die korrekte Anwendung, Dosierung und Fütterung kann ich keine Haftung übernehmen. Jeder Tierhalter ist für seine Tiere, jede Tierhalterin für ihre Tiere, selbst verantwortlich. Stets sollte der Tierarzt/Tierärztin oder Tierheilpraktiker/in Eures Vertrauens bei einer Ernährungsumstellung zu Rate gezogen werden, denn jedes Tier verhält sich anders und reagiert möglicherweise unterschiedlich auf bestimmte Inhaltstoffe.

© Copyright Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin