Sommerekzem bei Pferden – Kräutertestreihe

Berichte vom 2. Juli / 18.Juli / 18. August 2014


 

Ekzem-Kraeuter

Eigentlich war ich überzeugt, dass die vier Wochen mit der Kräuter-Ekzemerkur bei meinem „Schubbermädchen“ Marzipan Wunder bewirkt hatten. Die Stute hatte Ende April für ihre Verhältnisse eine lange Mähne und die Schweifrübe war üppig bewachsen:

Ekzem

Aber in den drei Wochen auf der Sommerweide schwand die Mähne und die Schweifrübe wurde zusehends kahler … und als wir Marzipan nach Hause holten, sah sie so aus:

Ekzem-Schweifruebe

Ekzem-Kamm

Ekzem-Marzipan

Doch auch wenn mich der Anblick erst einmal an der Wirksamkeit der Kräutermischung zweifeln ließ, muss ich mein vorschnelles Fazit revidieren, denn Marzipan erhielt ja lediglich eine Kräuterkur vor der Weidesaison und wurde in der Zeit, in der sie mit der Stutenherde auf der Dauerweide war, nicht weiter mit Kräutern gefüttert. Dafür sah sie trotzdem noch gut aus, denn vor zwei Jahren war die gesamte Schweifrübe bis zur Kruppe kahl und der Schweif bestand nur noch aus sieben Haaren, die am unteren Ende wuchsen. Die Mähne war nicht nur abgescheuert, sondern auch der Kamm wies vom Widerrist bis hinter den Ohren eine aufgescheuerte und wundgeriebene Stelle an der anderen auf.

Meine Überlegung war nun, dass man die Kräuterkuren bei starken Ekzemern vermutlich den ganzen Sommer durch geben sollte. Bei Lilo fiel mir auf, dass ich ihn ohne Ekzemerdecke auf die Weide stellen konnte und die Schweifrübe blieb unberührt … und seine Mähne war in diesem Jahr noch nicht einmal aufgeschubbert – aber er bekam die Ekzemer-Kräuterkuren auch durchgehend.

Ein klitzekleines bisschen Enttäuschung blieb natürlich trotzdem, denn ich war überzeugt, dass eine Kräuterkur vor der „Schubbersaison“ genügt, um das Aufschubbern der Mähnen und der Schweifrüben von den Sommerekzem-Pferden zu verhindern.

Allerdings ist das wohl eher Jammern auf hohem Niveau, denn wenn Kräuterkuren das Schubbern verhindern – ist es uns geplagten Pferdebesitzern das dann nicht wert, die Kräuterkuren eben den ganzen Sommer durch zu geben?

Inzwischen sieht Marzipan auch schon wieder besser aus und das beglückt mich nun auch wieder, weil es meine Zweifel im Bezug auf Wirksamkeit der Kräuterkuren beseitigt und mir bestätigt, dass die Ekzemer-Kräuter wirklich helfen … man muss sie lediglich in den Sommermonaten durchgängig geben.

Ekzem-Kamm1

Ekzem-Schweifruebe1

Ekzem-Marzipan2

Ich werde Euch also an dieser Stelle nun auch wieder das Nachwachsen von Marzipans Mähne und Schweif dokumentieren.

 

2. Bericht vom Freitag, den 18. Juli 2014


Zwei Wochen sind seit dem letzten Bericht vergangen und bei Marzipan wachsen die Haare auf der Schweifrübe und die Mähne nun wieder nach:

Ekzem-Kamm2

Ekzem-Schweifruebe2

Das Jucken und Kratzen hat auch wieder vollkommen aufgehört – wobei ich bei Marzipan bei „Bremsenwetter zusätzlich das Ekzemeröl auf Mähne und Schweifrübe anwende. Hierbei geht es allerdings weniger darum, dem Pferd den Juckreiz zu nehmen, sondern mehr darum, die Armada der geflügelten Plagegeister von ihr fern zu halten.

Tatsächlich könnte ich nämlich Folgendes beobachten:

Während alle anderen Stuten mit den Schweifen schlagen, sich schütteln und wälzen, um die Bremsen loszuwerden und trotzdem dort Quaddeln haben, wo sie gestochen wurden, bleibt Marzipan von den Insekten unberührt. Inzwischen rücken ihr sogar ihre Freundinnen auf den Leib, weil sie merken, dass dort, wo Marzipan steht, eine bremsenfreie Zone entsteht.

Bislang habe ich allerdings eine lotionartige Konsistenz verwendet, die sich mit Hilfe einer Tülle auf der Flasche gut auf den Haarboden aufträufeln lässt, ohne davon zu fließen. Um die Ölmischung als Insektenspray auf dem gesamten Pferdekörper anzuwenden, aber gleichzeitig die Konsistenz zu behalten, dass sie den Ekzemerpferden hilft, sowohl geflügelte Plagegeister los zu werden, als auch ihre Haut und die Haare zu pflegen, das Wachstum zu stimulieren und den Juckreiz zu stillen, müssen wir es so herstellen, dass diejenigen, die es als Fliegenmittel verwenden wollen, es einfach mit der doppelten Menge Wasser verdünnen können.

Dazu müssen wir eine Emulsion kreieren, die sich mit Wasser verbindet, nicht zu flüssig wird, damit sie nicht wegfließt, aber dennoch ergiebig genug ist, um nicht zu teuer zu werden. Weil wir aber nur natürliche Emulgatoren verwenden wollen, testen wir gerade verschiedene Zusammensetzungen – und natürlich sollen auch unsere vierbeinigen Fellherzen, die uns Reiter begleiten, ebenfalls davon profitieren, denn ich suche seit Jahren nach einem natürlichen, aber trotzdem wirksamen und bezahlbaren Mittel gegen Zecken, Flöhe und Milben.

Aber zurück zu Marzipan, die wirklich sehr gut aussieht und überdies das erste Mal seit Jahren keine Hufprobleme hat. Bislang wurden ihre Hufe im Sommer stets so spröde, dass ich mit diversen Huflotionen gegen Hornspalten kämpfen musste. Obwohl es momentan draußen trocken und sandig ist, blieben Marzipans Hufe elastisch und sehen perfekt aus.

Die Kräutermischung scheint also gleich mehrere Baustellen bei Marzipan zu schließen:

Ekzem-Marzipan3

Allerdings habe ich nun auch die Idee umgesetzt, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine über Kräuter und Hanfsamen in die Pferde zu bekommen und so erhält auch Marzipan:

zu ihrem Kräutermischung wieder

  • 45 Gramm Hanfsamen täglich.
  • Dazu kommen rund 20 Gramm Ackerschachtelhalm (wegen der Kieselsäure),
  • Brennnesselblätter
  • Birkenblätter
  • Löwenzahnblätter mit Wurzel und
  • Hagebuttenfrüchte.

Ein Teil dieser Kräuter sind natürlich bereits Bestandteil der Ekzemermischung, aber um nun Nährstoffdefizite auszugleichen, möchte ich die Dosis der besonders vitamin- und mineralstoffreichen Pflanzen kurzfristig etwas erhöhen, um wirklich ganz und gar auf die synthetischen Nährstoffe zu verzichten.

Ich hatte es ja im letzten Jahr mit mehreren Dosen Zink- und Biotinpulver nicht geschafft, Marzipan vom Schubbern abzuhalten und ihr Fell wirkte auch trotzdem immer struppig, ihre Hufe waren spröde und brüchig. Vielleicht gelingt mir also in diesem Jahr die perfekte Mineralisierung mit Kräutern und Hanf?

Ich werde natürlich weiter berichten.

3. Bericht vom Dienstag, den 19. August 2014


Ein weiterer Monat ist vergangen und Marzipan hat sich die Mähne noch einmal selbst gekürzt.

Obwohl wir darüber nicht gerade erfreut waren, zeigt es uns doch, dass die Kräutermischungen und Ölesehr zuverlässig wirken und für Wohlbefinden bei den „Schubberpferden“ sorgt.

Was sich nun gerade wie ein Widerspruch lesen mag, weil ich ja berichtete, dass Marzipan sich erneut schubberte, ist definitiv keiner, denn nachdem das hohe Bestellaufkommen für einen Moment der Ebbe im Kräuterlager sorgte, bekam Marzipan zwei Wochen keine Ekzemerkräuter. Zusätzlich wurde das falsche Klettenwurzelöl geliefert – statt des reinen Klettenwurzelöls wurde ein Infus aus einem Klettenwurzelextrakt in Sonnenblumenöl geschickt – und so gab es auch ein paar Tage keine Einreibung, denn die Sonnenblumenölbasis wäre zu fettig, um sie auf den Pferdehaaren anzuwenden.

Die Folge war, dass Marzipan sich prompt wieder die Mähne schubberte – und trotzdem ist eben nun eine positive Erkenntnis: So lange Marzipan Kräuter bekommt und mit dem Öl eingerieben wird, kratzt sie sich nicht. Sobald die Kräuter und die Einreibung mit dem Öl fehlt, tritt der Zustand wieder zutage, der vor der Behandlung bestand – zwar in abgemilderter Form (was beweist, dass die Kräuter doch noch etwas nachwirken und sich durchaus auch etwas im Körper zum Positiven veränderte), aber ganz ohne die Kräuter-Mittelchen kommen wir nicht über den Sommer.

Ekzem

Leider bildet die Haut unterhalb des Mähnenkamms nun auch kleine Fältchen und Schüppchen, die mit dem erneuten Schubbern zusammenhängen:

Ekzem2

Aber der Schweif blieb diesmal unberührt und das lässt uns hoffen, dass die Kräuter eventuell bei langfristiger Anwendung die Allergie gegen Kriebelmücken eindämmen und die Sensibilität der Haut auf ein Normalmaß zurückkehrt. Vielleicht reicht irgendwann doch eine Kur im Frühling um den restlichen Sommer keine Auswirkungen vom Sommerekzem zu bemerken, weil der in Unordnung geratene Stoffwechsel wieder in seine Balance zurückfand.

Ekzem3

Wir hoffen das und wünschen es auch alle Pferdebesitzern und ihren Schubberpferden.

 

Bis dahin werde ich weiter berichten.

Eure  Sabine Bröckel – Tierheilpraktikerin

Hinweis

Dieser Text beruht auf eigenen Erfahrungen und Fachliteratur. Ein Heil- oder sonstiges Versprechen ist daraus nicht abzuleiten.

Für die korrekte Anwendung, Dosierung und Fütterung kann ich keine Haftung übernehmen. Jeder Tierhalter ist für seine Tiere, jede Tierhalterin für ihre Tiere, selbst verantwortlich. Stets sollte der Tierarzt/Tierärztin oder Tierheilpraktiker/in Eures Vertrauens bei einer Ernährungsumstellung zu Rate gezogen werden, denn jedes Tier verhält sich anders und reagiert möglicherweise unterschiedlich auf bestimmte Inhaltstoffe.

© Copyright Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin