Entwurmen Pferd – natürlich und mit positiven Nebenwirkungen

Vermutlich gibt es wenige behandelnde Maßnahmen, die das Lager der Tierhalter so spalten, wie die Gabe von Wurmkuren. Während beispielsweise Pferdehalter von der Schulmedizin angehalten werden ihren Tieren 4 bis 5 Wurmkuren pro Jahr zu verabreichen und bei Fohlen sogar eine Entwurmung im Rhythmus von acht Wochen angeraten wird, was 6 bis 7 Wurmkuren im Jahr entspricht, setzen Hundebesitzer oft auf höchstens 3 bis 4 Wurmkuren im Jahr.

Wurmup Pferd

Wann kann man von einer Verwurmung sprechen?


Inzwischen stehen der prophylaktischen Wurmkur sogar Tierärzte kritisch entgegen – in Dänemark, Schweden, Finnland, Italien und Holland  ist der prophylaktische Einsatz von Entwurmungsmitteln verboten. Hier muss sogar ein Nachweis einer Verwurmung erbracht werden, um überhaupt mit Chemie entwurmen zu dürfen.

Auch in Deutschland raten immer mehr Tierärzte zur selektiven Wurmkur. Dafür werden in regelmäßigen Abständen Kotproben der Tiere über mehrere Tage gesammelt und vom Tierarzt auf Wurmeier untersucht – in der Regel berechnet der Tierarzt dafür zwischen 15 und 20 € – die Kosten für eine Wurmkur sind vermutlich meistens höher.

Für die Bewertung des Kotprobenergebnisses ist die Anzahl der Parasiteneier pro Gramm ausgeschiedenem Kot (EpG) entscheidend, um zu bewerten, ob die „Verwurmung“ einer Behandlung bedarf. Die wird meist dann angeraten, wenn einem Befall von mehr als 200 EpG festgestellt werden konnte.

Überdies weiß man längst, dass auch in einem gesunden Organismus immer eine geringe Anzahl Parasiten leben, denn ohne sie könnte das Immunsystem keine Immunantwort auf einen Wurmbefall geben und sich nicht dagegen wehren. Auf diese Reaktion des Immunsystems bauen auch Imfungen auf, denn hierbei werden geringe Mengen der krankheitsauslösenden Viren ins Tier gespritzt, um eine Immunantwort auf die Krankheit zu provozieren, damit das Tier vor der Krankheit von seinem eigenen Immunsystem geschützt wird.

Das Immunsystem, welches durchaus auch mit Darmparasiten Kontakt bekommt, entwickelt eine Immunantwort dagegen, erkennt sie als Bedrohung und bekämpft sie. Das Immunsystem eines Pferdes, das schon im Fohlenalter chemisch entwurmt wurde, konnte keine Immunantwort gegen die Darmparasiten entwickeln, erkennt sie nicht als Bedrohung und kämpft nicht dagegen. Das Fatale dabei ist jedoch, dass das sowieso schon eingeschränkt funktionierende Immunsystem durch die Gabe einer chemischen Wurmkur zusätzlich geschwächt wird, denn sie bringt die gesunde Balance der Darmflora in ein ungesundes Ungleichgewicht – und im Darm sitzt der Großteil der Abwehrzellen.

Aber die Frage, wann ein Pferd verwurmt ist, führt sogar zur Überlegung, ob ein geringgradiger Befall mit Darmparasiten nicht sogar gesund sein könnte.

Was erst einmal unglaublich klingt, wurde sogar durch Studien an Morbus Crohn-Patienten bewiesen. Sie wurden mit Wurmeiern infiziert und man konnte feststellen, dass sich in der Umgebung von Darmparasiten die Anzahl der probiotischen Keime erhöhte – was beweist, dass eben auch ein Parasit in Symbiose mit seinem Wirt lebt und ihm eigentlich nicht schaden, sondern gewissermaßen sogar nützen möchte, denn wenn der Wirt geschädigt wird, schadet sich der Parasit selbst.

Hierzu schreibt der immunologe Graham Rock:

„Ein erfolgreicher Parasit wird seinen Wirt immer am Leben halten. Den Menschen zu töten ist das letzte, was ein Parasit im Sinn hat. Und dem Immunsystem erscheint es als legitim, lieber die Produktion von Wurmeiern zuzulassen, wenn die Alternative Elephantiasis lautet. Würmer aktivieren Regulationsmechanismen, die Fehlreaktionen, wie sie bei Allergien und Autoimmunkrankheiten bestehen, beseitigen oder abschwächen. Und das Aufregende dabei ist, dass wir in den klinischen Studien sehen, dass das tatsächlich funktioniert.“

Der Parasitenbefall darf allerdings nicht überhand nehmen und das tut er dann, wenn das Immunsystem zu schwach ist, um die Anzahl der Parasiten in Schach zu halten. Man könnte also behaupten, dass ein Pferd mit genügend körperlichen Abwehrkräften, das bereits als Fohlen eine Immunantwort auf Parasiten entwickeln konnte, immer in einer harmonischen Balance mit Darmparasiten leben kann, ohne dass die geringe Anzahl von Darmparasiten ihm schaden.

 

Die Natur als Alternative zur Chemie


Dass natürlich Darmparasiten, vor allem wenn sie auch in andere Organe wandern, wie beispielsweise Lungenwürmer, sicher ungesunder sind, als die Wirkung einer Wurmkur, wie man sie beim Tierarzt kaufen kann, steht dabei außer Frage.

Zur Sinnfrage wird jedoch das Thema, wenn Tierhalter vom allopathischen Weg der Entwurmung abweichen und statt auf die Wirkung von Benzimidazolen, Pyrantel, Ivermectin, Moxidectin oder Praziquantel, lieber auf die Hilfe der natürlichen Heilkräuter vertrauen.

Dabei liegt dieser Weg gerade bei Pflanzenfressern wie Pferden doch sehr nah – schließlich suchen sich Wildpferde instinktiv die Kräuter als Futter aus, die ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit dienen und eventuell vorhandenen Problemen entgegenwirken, denn kein Wildpferd frisst freiwillig eine allopathische Wurmkur und trotzdem sind es meist nur immungeschwächte Tiere, die unter Darmparasiten leiden, weil sich ein gesunder Organismus auch problemlos gegen ungebetene Gäste im Darm wehren kann.

Es sollte beispielsweise auch zum Nachdenken anregen, dass die Dülmener Wildpferde nicht chemisch entwurmt werden und bei Studien festgestellt wurde, dass die Tiere, die regelmäßig Bitterkräuter fressen und ein gesundes Immunsystem haben, kaum in Gefahr geraten, zu verwurmen, denn ihr Darmmilieu wird wurmunfreundlich und die Parasiten vermehren sich dann auch nicht mehr und ziehen gar nicht erst ein.

Wenn ein also ein Pferd in regelmäßigen Abständen mit Bitterkräutern und wurmabwehrenden Pflanzen gefüttert wird, sollte es eigentlich kein Fall für eine chemische Entwurmung werden, sondern ausreichend von der Kräuterwurmkur profitieren, um als „wurmfrei“ im Sinn von weniger als 200 EpG zu gelten.

Am Rande erwähnt werden darf vielleicht, dass sogar Omnivoren wie Hunde Pflanzen fressen und von der heilenden Wirkung der Kräuterwirkstoffe profitieren können. Einzig Katzen meiden in der Regel stark duftende Pflanzen und sie davon zu überzeugen, dass eine Kräuterwurmkur ihr Wohlbefinden steigert, ist nicht immer ganz leicht – wobei es trotzdem durchaus möglich ist.

 

Was spricht also gegen das Entwurmen mit der Heilkraft der Kräuter?


Im Prinzip gibt es kein Argument dagegen, außer vielleicht, dass eine allopathische Wurmpaste kurzfristig und radikaler wirkt – wobei dies tatsächlich aber auch für viele Tierbesitzer das Gegenargument schlechthin ist, denn dass Benzimidazole, Pyrantel, Ivermectin, Moxidectin oder Praziquantel im Körper so schnell und effizient mit lästigen Parasiten aufräumen, liegt vor allem daran, dass es sich bei den Substanzen um Gifte handelt, welche die adulten Würmer und die heranwachsenden Stadien töten und ein Mittel, das einen Wurm umbringt, kann auch für ein Pferd, einen Hund oder eine Katze nicht gesund sein.

Allerdings ist es nicht nur der Wirkstoff, der die Entgiftungsorgane und den Darm belastet, die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringt und das Immunsystem schwächt. Genauso gefährlich ist das Leichengift, das durch die durch die chemischen Wirkstoffe getöteten Wümer abgeben, wenn sie im Darm verwesen.

Dazu kommt, dass diese Gifte nicht nur den Verdauungstrakt und die Leber des damit behandelten Patienten belasten, sondern überdies die Mikroorganismen im Boden vernichten, auf welchen der mit diesen Giften belastete Kot fällt, wenn das behandelte Tier ihn zusammen mit den Pferdeäpfeln oder den Hunde- oder Katzenhäufchen wieder ausscheidet.

Die wenigsten Entwurmungskräuter töten die Würmer – vielmehr lähmen sie die Darmparasiten und verstärken die Darmperistaltik, sodass die Würmer sich nicht mehr an der Darmwand festhalten können und durch die verstärkte Muskelkontraktion des Darms in allen Stadien ausgetrieben und ausgeschieden werden. Gleichzeitig sorgen die Kräuter für ein wurmunfreundliches Darmmilieu, damit sich die Parasiten unwohl fühlen, gar nicht erst einziehen oder sich auch nicht vermehren. Zusätzlich wird das Immunsystem gestärkt, damit der Organismus sich selbst gegen den Parasitenbefall wehren kann.

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass Heilkräuter meist preisgünstiger sind, als die Produkte der pharmazeutischen Industrie und ein günstiger Preis bei gleicher oder sogar gesundheitsschonenderen, respektive gesundheitsfördernderen Wirkung überzeugte sogar schon manchen Zweifler.

Dass allerdings die Hersteller allopathischer Wurmkuren und die meisten Tierärzte, welche ebenfalls vom Verkauf der Pasten, Tabletten oder Injektionen profitieren, ihre Einnahmen nur ungern schwinden sehen, wenn ihre Kunden lieber Heilkräuter füttern, als allopathisch zu entwurmen, ist durchaus nachzuvollziehen und dass sie darum auch selten zu Befürwortern der Kräuterwurmkur werden, sondern lieber ihre Medikamente empfehlen, kann man ihnen auch nicht verübeln.

 

Das Immunsystem – die nicht geheime Geheimwaffe gegen Darmparasiten


Aber der „chemischen Keule“ gegenüber kritisch zu bleiben, ist den verantwortungsvollen Tierhaltern, denen es vor allem um das Wohl ihrer vierbeinigen Freunde geht, trotzdem zu raten, denn der Darm ist nicht nur ein sensibles Organ, dessen ausbalancierte Darmflora durch giftige Substanzen aus allopathischen Wurmkuren ins Ungleichgewicht gerät, sondern er ist das Zentrum der Gesundheit von dem aus die körpereigne Abwehr gesteuert wird!

Vielleicht kennt Ihr die Redewendung: „Gesundheit beginnt im Darm“?

Tatsächlich sitzen in der Schleimhaut des Dickdarms mehr als 70 Prozent der Abwehrzellen des Immunsystems!

Dieser Umstand zeigt, dass jede chemische Wurmkur nicht nur einen Angriff auf die Existenz von Darmparasiten startet, sondern auch einen auf die Abwehrkräfte des Immunsystems.

Dazu passend wurde beispielsweise im Rahmen einer Studie des Münchener Instituts für Parasitologie, für die 30 Fohlen aus 7 verschiedenen Gestüten hinsichtlich des Befalls mit Spulwürmern untersucht wurden, festgestellt, dass die giftigen Substanzen in den Wurmkuren nicht nur die Darmflora angreifen und aus dem Gleichgewicht bringen, sondern damit überdies das Immunsystem schwächen, was sich darin zeigte, dass bereits 12 Tage nach einer Ivermectin-haltigen Wurmkur wieder Wurmeier im Kot der getesteten Fohlen nachgewiesen werden können.

Geht man nun also davon aus, dass die Faktoren, die dazu führten, dass sich Würmer im Körper eines Tieres einnisten konnten, nicht verändert werden, dann nützt also die allopathische Wurmkur auch nur bedingt, weil sie zwar zunächst die adulte Wurmpopulation und die unreifen Stadien der heranwachsenden Wurmgeneration im Körper tötet und die Parasiten ausgeschieden werden, aber dadurch, dass die giftigen Substanzen aus der Wurmkur nicht nur die Würmer sterben lassen, sondern gleichzeitig auch wichtige Keime, die an der Verdauung beteiligt sind vernichtet werden und damit die fein ausbalancierte Darmflora aus dem Gleichgewicht gebracht wird, verliert die körpereigne Abwehr ihre Kraft.

Daraus resultiert nicht nur ein geschwächtes Immunsystem, sondern eine Vereinfachung der erneuten Besiedelung des Verdauungssystem mit Parasiten, weil sich der Körper nicht mehr ausreichend dagegen wehren kann, nachdem der Darm seine Funktion aufgrund der ihm über Wurmkuren zugeführten Gifte, welche wiederum die Darmflora schädigten, nur noch eingeschränkt aufrecht erhält!

 

Vorbeugen ist besser, als Entwurmen


Wenn man also überhaupt über die Entwurmung mit der „chemischen Keule“ nachdenken muss, weil vielleicht eine so massive Verwurmung vorliegt, dass nur eine schnelle und effiziente Behandlung größeren Schaden an den Organen verhindern kann, dann sollten auch gleichzeitig Präventivmaßnahmen erfolgen, welche die Gefahr eines erneuten Wurmbefalls minimieren.

Hierzu gehört:

  • Das saubere Entmisten der Einstreu in der Box, im Laufstall oder im Unterstand des Offenstalls
  • Das regelmäßige Abäppeln der Bewegungsflächen und Weiden, um den Parasitendruck zu minimieren
  • Das Ausbringen von Bodenhilfsmitteln wie effektiven Mikroorganismen, die Wurmeier, welche über den Kot in den Boden gelangten, unschädlich machen können
  • Das Vermeiden von Überweidung kleinerer Grasflächen
  • Das Vermeiden von zu vielen Pferden auf zu kleiner Fläche
  • Das Vermeiden von „wurmfreundlichem „Bodenmilieu“, was bedeutet, dass man sehr feuchte Flächen mit Drainagemassnahmen abtrocknet, denn feuchte Weiden begünstigen den Befall von Moosmilben, die als Zwischenwirt für Bandwürmer aktiv werden.
  • Das Entfernen von den kleinen gelben Eiern, welche die Dasselfliegen gut sichtbar auf das Fell der Pferde – meist an den Vorderbeinen – klebt mit Hilfe einer Messerschneide, nachdem man die betroffenen Stellen mit Essig einweichte

Und last, but not least:

  • Die Darmsanierung immunschwacher Tiere mit Kräutern, damit die Abwehrkräfte stark genug werden, um auch ungebetene Gäste zu bekämpfen und die Zufütterung von Kräutern, die das Darmmilieu “wurmunfreundlich” werden lassen, sodass die ungebetenen Gäste keine Lust auf Fortpflanzung verspüren und freiwillig ausziehen
  • und das Vermeiden von zu getreidelastiger Fütterung, denn Würmer ernährten sich hauptsächlich von Kohlehydraten und mehr Heu und weniger Hafer ist hier eine der Devisen in der Pferdefütterung, die helfen können, dass Würmer sich im Tier unwohl fühlen

 

Mit Kräuterkraft gegen Darmparasiten


Es ist also auch den Besitzern von Tieren, die mit der „chemischen Keule“ entwurmt werden, durchaus auch zu raten, Kräuter zu füttern, die wurmabweisend wirken, respektive eine gesunde Darmschleimhaut aufbauen und damit das Immunsystem unterstützen, um den Darm nach einer allopathischen Entwurmung zu sanieren und damit einer erneuten Entwurmung vorzubeugen.

Die Natur hält zu diesem Zweck verschiedene Pflanzen mit entsprechender Heilwirkung bereit:

  • Erdrauchkraut
  • Gewürznelken
  • Hagebutte
  • Kokosraspeln
  • Kürbiskerne
  • Labkraut
  • Meerrettich
  • Olivenblätter
  • Schwarzkümmelsamen
  • Walnussblätter

Weitere sehr effektiv gegen Darmparasiten wirkende Heilpflanzen die jedoch Dopingrelevant für Turnierpferde und auch nicht für tragende Stuten geeignet sind, da diese Wirkstoffe die Muskelkontraktion fördern und vorzeitige Wehen auslösen können:

  • Beifuss
  • Knoblauch
  • Quassiaholz
  • Thymian
  • Wermut
  • Zitwerwurzel

Ebenfalls sehr effektiv gegen Darmparasiten wirkende Heilpflanzen bei denen jedoch Vorsicht bei der Anwendung von güsten Zuchtstuten geboten ist, wenn diese tragend werden sollen, weil die Wirkstoffe Unfruchtbarkeit fördern können:

  • Papayablätter

 

Regelmäßiges Entwurmen – Gift oder Grünzeug?


Nun bleibt zum Schluss noch die Frage zu beantworten, wann eine Wurmkur angezeigt ist, denn das prophylaktische Entwurmen mit allopathischen Mitteln wird von immer mehr Tierbesitzern aufgrund der Nebenwirkungen abgelehnt. Leider ist aber eine Kotprobe nicht immer wirklich aussagekräftig, wenn gleich man darin den Wurmbefall von Rundwürmern zu denen u.a. Palisadenwürmer, Spulwürmer, Zwergfadenwürmer und Lungenwürmer gehören, aufgrund von vorhandenen Wurmeiern nachweisen kann, aber weil die Würmer während ihrer Entwicklung im Körper unterwegs sind, bevor sie Eier legen, ist eine negative Kotuntersuchung kein 100%iger Nachweis, dass nicht bereits adulte Würmer im Darm aktiv sind.

Beim Befall mit Magendasseln ist der Befall sogar erst im folgenden Sommer (nachdem die Larven deutliche Schäden im Pferd hinterlassen haben) durch die Eier im Kot nachweisbar und ob sich ein Bandwurm im Blinddarm, respektive an der Hüft-Blinddarmklappe angeheftet hat, könnte man zwar aufgrund der hinteren, reifen Bandwurmglieder feststellen, die zusammen mit den Eiern über den Kot ausgeschieden werden, aber es zeigte sich leider auch, dass zwei von drei Kotuntersuchungen trotz Wurmbefall negativ ausfallen (wenn diese Glieder eben gerade nicht gefunden wurden).

 

Natürlich verändern sich verwurmte Tiere auch optisch:


Bei Rundwurmbefall

dazu gehören u.a. Palisadenwürmer, Spulwürmer, Zwergfadenwürmer und Lungenwürmer.

  • werden die Tiere trotz gleichbleibender Futtermenge und gutem Appetit des Patienten mager
  • und das Fell wirkt struppig und glanzlos mit teilweise deutlich sichtbaren „Hungerhaaren“, die bei Pferden oft unter dem Bauch als längere einzelne Haare zu sehen sind
  • wirkt der Bauch aufgebläht
  • bei Fohlen stagniert das Wachstum oder schreitet langsamer voran als bei gleichaltrigen gesunden Tieren
  • kann es zu Durchfall kommen, der nicht in einem Futterwechsel begründet liegt
  • können Koliksymptome auftreten
  • kann es zu Juckreiz am After kommen, aufgrund dessen sich das Pferd sie Schweifrübe aufscheuert

 

Bei Lungenwürmern (die jedoch nur selten vorkommen)

  • kann es zu Husten und Nasenausfluss kommen

 

Würmer der Rundwurmart legen im Darm ihres Wirttieres Eier, welche dann über den Kot ausgeschieden werden. Die Tiere nehmen die Eier oder auch bei einigen Arten die Larven meist über das Weidegras oder die Einstreu in der Box auf (Hunde auch beim Kotschnüffeln oder beim Fressen der Losung von Wildtieren/ Freigängerkatzen nehmen die Würmer über Beutetiere oder über das Ablecken des Fells auf). Während ihrer Entwicklungsstadien wandern die Larven durch den Körper und können dort (besonders wenn sie in größerer Zahl da sind) massive Schäden anrichten. Die meisten Arten leben als adulter Wurm dann wieder im Darm (außer der Lungenwurm, der jedoch nur sehr selten auftritt), und legen wiederum Eier.

 

Bei Magendasseln

kann man die kleinen gelben Eier, welche die Dasselfliegen gut sichtbar auf das Fell der Pferde – meist an den Vorderbeinen – kleben, gut erkennen und mit Hilfe einer Messerschneide entfernen, nachdem man die betroffenen Stellen mit Essig einweichte

  • können zu Beginn der Infektion Kau- und Schluckbeschwerden auftreten
  • die Pferde magern ab, weil sie schlecht fressen und durch Verletzungen der Magenschleimhaut die Verdauung und Futterverwertung gestört wird
  • die Pferde sind auch meist matt und die Leistungsbereitschaft nimmt deutlich ab

Dasselfliegen kleben ihre gelben Eier an das Fell des Pferdes, häufig an den Vorderbeinen. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, werden vom Pferd abgeleckt. Sie wandern über die Zunge in die Mundschleimhaut und landen schließlich im Magen. Erst nach ca. neun Monaten werden sie im folgenden Sommer mit dem Kot ausgeschieden

 

Bei Bandwürmern

  • wird meist ein massiver Gewichtsverlust sichtbar, der sich nicht mit mangelndem Appetit oder geringerer Menge der Futteraufnahme erklären lässt, denn die an die im Blinddarm, beziehungsweise an der Hüft-Blinddarmklappe angehefteten Parasiten nehmen mit ihrer Körperoberfläche Nahrungsbestandteile auf und sind damit wahre „Mitesser“, die dem Wirtstier wenig Futter zur eigenen Verwertung übrig lassen.

Nachdem sich ein Bandwurm im Blinddarm, respektive an der Hüft-Blinddarmklappe angeheftet hat, werden die hinteren reifen Bandwurmglieder mit den Eiern über den Kot ausgeschieden. Danach wirken Moosmilben als Zwischenwirt und nehmen die Eier auf. Weil Moosmilben auf feuchten Weideflächen vorkommen, nehmen Pferde sie dort auch mit dem Gras auf und so gelangen die Eier in den Pferdedarm. Leider überleben Moosmilben auch im Heu, das auf feuchten Wiesen geerntet wurde und so geht auch von diesem Raufutter die Gefahr der Bandwurminfektion aus.

 

Noch ein Wort zu Resistenzen


Produkte: Panacur, Rintal

Dass die „sanfteren“ allopathischen Wurmkuren, welche auf der Basis von Benzimidazolen wirken und bei Rundwürmern zum Einsatz kommen, vielfach Resistenzen ergaben, ist längst kein Geheimnis mehr.

 

Produkte: Jernadex, Banminth

Leider wurden jedoch auch beim Wirkstoff Pyrantel immer wieder Resistenzen beobachtet.

 

Produkte: Eraquell, Ivomec, Furexel, Equest

Bislang ging man aber davon aus, dass es bei den Wirkstoffen Ivermectin und Moxidectin keine Resistenzen möglich sind. Aktuell gibt es jedoch neue Hinweise auf Würmer, die auf Ivermectin nicht mehr ansprechen.

 

Des Weiteren ist zu beachten,

  • dass Zwergfadenwürmer nicht auf Pyrantel ansprechen
  • Moxidectin nicht beim Befall mit Lungenwürmern eingesetzt werden sollte
  • die Bandwurmmittel mit Praziquantel (Produkte: Droncit (Einzelmittel) Equimax (Kombipräparat)) ebenfalls bei häufigerer Gabe auf Verdacht, ohne bestätigten Wurmbefund, wirkungslos werden können.

Nun wäre es aber ein Trugschluss anzunehmen, dass nur allopathische Wirkstoffe wirkungslos bleiben, wenn sie falsch, unterdosiert oder dauerhaft angewendet werden, denn natürlich kann auch die Naturheilkunde und speziell die Phytotherapie mit Heilkräutern ebenfalls in ihrer Wirkung abgeschwächt werden, wenn man die Pflanzen als Dauergabe füttert, statt sie als Kräuterkur anzuwenden.

Allerdings sind es hier nicht die Würmer, die sich an den Wirkstoff gewöhnen und ihn unbeschadet überstehen, sondern es ist der Körper selbst, der sich an die Inhaltsstoffe gewöhnt und nicht mehr so zuverlässig darauf reagiert.

Darum bleibt jedem Tierhalter zu raten, dass er weder allopathische, noch natürliche Heilmittel nach dem Motto: „Viel hilft viel“ verfüttert und abwägt, ob eine Behandlung angezeigt ist. Gewiss richtet man mit Kräutern, wenn sie richtig dosiert und nicht dauerhaft gegeben werden, eigentlich keinen Schaden beim Patienten an – meist steigert sich über die Behandlung sogar das allgemeine Wohlbefinden -, aber trotzdem sollten auch Kräuter nicht ohne fachliche Beratung angewendet werden, denn was der Wallach problemlos verträgt, kann bei der tragenden Stute zum Verfohlen führen.

 

Wie Kräuter Darmparasiten entgegen treten – ihre spezifischen Wirkstoffe


  • Beifuss (Artemisia vulgaris) – Vorsicht bei tragenden Stuten – die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen

Beifuss enthält nicht nur Wirkstoffe wie Gerbstoffe und Bitterstoffe (z.B. Sesquiterpenlactone), die bei der Darmsanierung eine wichtige Rolle spielen, sodass zum Beispiel Durchfallerkrankungen, die auf einer gestörten Darmflora basieren, gestoppt werden können, sondern entfaltet auch eine antibakterielle Heilwirkung im Darm, sodass das Gleichgewicht der verdauungsfördernden Keime wieder ins Gleichgewicht gebracht wird.

Gerade bei der Entwurmung spielt aber auch seine antimykotische Heilwirkung eine große Rolle, weil Beifuss mit Hilfe seiner ätherischen Öle wie Kampfer, Cineol und Thujon ein Darmmilieu schafft, in dem sich Pilze, aber auch Parasiten nicht mehr wohlfühlen und sich damit auch nicht mehr fortpflanzen, respektive freiwillig ausziehen. Darüber hinaus kann das enthaltene Thujon die adulten Würmer lähmen, wodurch sie inaktiv und ausgeschieden werden. Eine weitere Wirkung der Substanzen im Beifuss ist die Förderung der Kontraktion der Muskulatur, wodurch der Wurmaustrieb erleichtert wird, aber leider kann von der kontraktionsfördernden Wirkung auch der Uterus der tragenden Stute betroffen werden und es kann zu vorzeitigen Wehen kommen, die einen Abort zur Folge haben könnten.

 

  • Erdrauchkraut (Fumaria officinalis)

Das als krampflösende Mittel gegen Gallenkoliken bekannte Heilkraut enthält eine wurmunfreundliche Wirkstoffmischung aus Alkaloiden, Flavonoiden, Fumarin, Protopin, Fumarsäure, Gerbsäure und Schleimstoffen, die inzwischen auch schon von Schafhaltern- und züchtern als natürliche Alternative zur chemischen Wurmkur entdeckt und vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des ökologischen Landbaus zur natürlichen Entwurmung empfohlen wird. Dabei ist einerseits die wurmtreibende Wirkung, andererseits aber auch die Immunsystem regulierende Eigenschaft vom Erdrauch ein Vorteil, den das Heilkraut der Fumarsäure verdankt, die überschießende Reaktionen der Abwehrkräfte verhindert. Im Bezug auf die Entwurmung steht vor allem die blutreinigende Wirkung im Vordergrund und die Eigenschaft vom Erdrauch, die Darmperistaltik anzuregen, sodass die Würmer ausgetrieben werden können.

 

  • Gewürznelken (Syzygium aromaticum, Caryophyllus aromaticus)

Als Heilpflanze des Jahres 2010 ausgezeichnet, zählen die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes zu den wirksamsten Antioxidantien. Grund dafür sind ihre wertvollen Inhaltsstoffe, denn Gewürznelken weisen einen hohen Gehalt an Phenolverbindungen auf, die antioxidative, entzündungs- und gerinnungshemmende Eigenschaften besitzen. Diese Antioxidantien in Gewürznelken können unter anderem die Zellmembranen vor zellzerstörenden freien Radikalen schützen. Das Aroma von Gewürznelken wird hauptsächlich durch den Inhaltsstoff Eugenol bestimmt, der unter anderem eine antiseptische (keimtötende) Wirkung hat. Gewürznelken kommen überdies bei der natürlichen Bekämpfung von Pilzen, Parasiten oder Bakterien zum Einsatz. Ihre antimikrobielle Wirkung vertreibt unerwünschten Darmparasiten.

 

  • Hagebutten und Hagebuttenkerne (Rosa Canina)

Hagebutten sind vor allem für ihren extrem hohen Vitamin C-Gehalt bekannt, die nur noch vom Sanddorn übertroffen wird und die sie zu einem der effektivsten Mittel zur Stärkung des Immunsystems ist. Weniger bekannt ist, dass die Hagebutte auch reich an Pektinen ist, die dazu beitragen, dass sich die von Würmern angegriffene Darmschleimhaut regenerieren kann. Was jedoch speziell die Kerne zur Entwurmung interessant macht, sind die feinen Härchen, denn Würmer mögen keine Haare. Früher schnitt man sogar Schweifhaare von Pferden klein und gab sie den Tieren zur Entwurmung ins Futter – wobei die Hagebuttenkerne genauso gut wirken und überdies noch die immunstärkenden Inhaltsstoffe enthalten.

 

  • Kokosflocken (Cocos nucifera)

Das Fruchtfleisch der Kokosnuss enthält die wertvolle Laurinsäure, die man vor allem als Bestandteil der Muttermilch kennt und der man eine ihrer besonders wichtigen Eigenschaften zuschreibt: Die Steigerung des Immunsystems und der körpereigenen Abwehrkräfte! Diese gesättigte Fettsäure mittlerer Kettenlänge ist in Kokosöl mit 40 % bis 50 % enthalten und macht Kokosraspeln auch in der Darmsanierung und der Entwurmung von Tieren extrem hilfreich, denn die antimikrobiellen Effekte der Laurinsäure gegen Bakterien, Hefen, Pilze und bestimmte Viren sind seit den 1960er Jahren bekannt. In den 90-ger Jahren entdeckte man zusätzlich spezifische antivirale Wirkung gegen das Herpes simplex Virus, Masern und HIV, sowie viele andere Viren und unter diesem Aspekt betrachtet, unterstützen Kokosraspeln den Darm nicht nur im Kampf gegen unerwünschte Gäste, sondern stärken auch die Darmschleimhaut und helfen beim Aufbau einer gesunden und ausbalancierten Darmflora, die sich durchaus auch selbst gegen Parasiten wehren kann. Dass die Kokosnuss überdies auch die wertvolle Folsäure, sowie Zink und Selen liefert, ist zwar für den Effekt der Entwurmung nicht ganz so wichtig, aber es zeigt, dass die natürliche Entwurmung mit der Pflanzenheilkraft die ganz sicher erwünschte „Nebenwirkung“ hat, dass sie auch das Allgemeinwohl des Patienten verbessert. Überdies wird zur wurmwidrigen Wirkung der Kokosflocken auch vielfach die These vertreten, dass die an den Darmwänden klebenden Würmer, Larven und Wurmeier durch die Kokosflocken „abgekratzt“ werden oder dass die Flocken den Würmern in den unterschiedlichen Stadien das Einnisten in den Darm zumindest erschweren.

 

  • Knoblauch (Allium sativum) Vorsicht beim sportlichen Einsatz von Turnierpferden, wegen DOPING!

Knoblauch gilt als hervorragendes natürliches Entwurmungsmittel mit stark ausgeprägter antiparasitärer Wirkung, denn er enthält einen hohen Anteil an Allicin, die aus der Aminosäure Alliin entsteht, wenn die Knoblauchzehe geschnitten, gemahlen oder gepresst wird. Knoblauch wirkt sowohl gegen Spulwürmer und Bandwürmer, als auch gegen Giardien (eine Gattung der Geisseltiere).

 

  • Kürbiskerne (Cucurbita pepo)

Die Samen enthalten vor allem fette Öle, Eiweiß, Pektine, Phytosterole, Vitamine (vor allem Vitamin E), hormonähnliche Substanzen, Aminosäure Cucurbitin, Selen und Saccharose. In den Vordergrund im Bezug auf die Entwurmung tritt jedoch vor allem die Aminosäure Cucurbitin, denn sie lähmt die Darmparasiten, die sich dann von der Darmwand lösen und mit der Darmperistaltik ausgetrieben werden können. In der Vergangenheit galt das fette Öl der Kürbissamen sogar als zuverlässiges Entwurmungsmittel bei Bandwurmbefall.

 

  • Labkraut (Galium aparine)

Was für unsere Nasen wohlduftend erscheint, ist für manche Insekten ein Grund, schleunigst das Weite zu suchen und so ist es auch beim Labkraut, denn es enthält Cumarine, deren Geruch an duftendes Heu erinnert, aber der als natürliches Antimottenmittel bei ungebetenen Gästen im Kleiderschrank, aber auch bei denen, die im Darm einziehen, sehr wirksam sein kann. Aber Labkraut wird zusätzlich aufgrund der ebenfalls enthaltenen Saponine in seiner Wirkung unterstützt, das Darmmilieu wurmunfreundlich werden zu lassen und das trägt nicht nur zu einer natürlichen Entwurmung, sondern überdies auch zu einem Schutz vor einer Neuinfektion mit Darmparasiten bei. Nicht zu vergessen ist aber auch sein Beitrag zur Darmsanierung und Heilung von Entzündungen im Magen- und Darmbereich.

 

  • Meerrettich (Armoracia rusticana)

Zusammen mit dem Gingerol des Ingwers, machte der „Ingwerpapst“ Stefan Brosig nicht nur die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung dieses Scharfstoffes bekannt, sondern protegierte auch die Heilwirkung der Senföle aus dem Meerrettich als entzündungshemmend und antibakteriell – zwei Eigenschaften, welche gerade in der Darmsanierung und im Aufbau einer gesunden Darmschleimhaut eine wichtige Rolle spielen.

Dazu kommt, dass Senföle, wi auch andere ätherische Öle das Darmmilieu wurmunfreundlich werden lassen, sodass sich die ungebetenen Gäste darin weder wohlfühlen, noch fortpflanzen und in der Regel sogar freiwillig wieder ausziehen, respektive gar nicht erst einziehen. Doch die „Wunderwurzel“ kann noch mehr: Meerrettich ist nämlich überdies vitaminreich und besonders das Vitamin C spielt im Aufbau der körpereignen Abwehrkräfte eine wichtige Rolle und das liefert Meerrettich in hohem Maß. So stärkt sich das Immunsystem und einem Neubefall mit Würmern wird damit höchst effizient und trotzdem ganz natürlich vorgebeugt.

 

  • Olivenblätter (Olea europaea)

Dass Olivenbäume tausend Jahre und älter werden können, verdanken sie ihrem Reichtum an zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen, die ihn vor nahezu jedweder Unbill schützen. Vor allem seine Blätter enthalten Stoffe gegen Fressfeinde, Stoffe gegen Bakterien, Stoffe gegen Pilze, Stoffe gegen Verbrennungen (durch UV-Strahlung) und auch Stoffe gegen Parasiten. Die stark antiparasitäre Wirkung verdanken die Olivenblätter allen einzeln enthaltenen Substanzen, die sich gegenseitig hervorragend ergänzen. Olivenblätter sind darum ideal bei sämtlichen Problemen des Verdauungssystems, die auf Infektionen (ob durch Pilze, Bakterien oder Parasiten) beruhen.

 

  • Oregano (Origanum vulgare)

Oregano wird meist als mediterranes Gewürz verwendet und wird als Heilkraut gegen Magen-Darmprobleme und sogar gegen Magengeschwüre eingesetzt. Allerdings ist chinesischen Medizinern seit Jahrhunderten bekannt, dass Oregano eine starke Wirkung gegen Darmparasiten und Pilze hat. Grund dafür sind die enthaltenen Öle, die als natürliches Antibiotikum gelten und sogar gegen multiresistente Bakterien und Keime wirksam sein soll. Überdies enthält Oregano Polyphenole (Antioxidantien) die auch solche Bakterien zerstören, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind. Die im Oregano enthaltenen fungizid und antiparasität wirksamen sekundären Pflanzenstoffe (Rosmarinsäure, Thymol und Thymoquinon) können die Darmparasiten lähmen, sodass sie sich nicht mehr an den Darmwänden festhalten können und abgetrieben werden. Mit dem hohen Antioxidantiengehalt des

Oregano, das grosse Mengen an Antioxidantien (Flavonoide und Phenolsäuren) enthält, stärkt das Kraut auch das Immunsystem und unterstützt den Körper damit dabei, eine Immunantwort auf den Wurmbefall zu finden, der es möglich macht, dass die körpereigenen Abwehrkräfte die Darmparasiten eliminieren und einen Neubefall verhindern.

 

  • Papayablätter (Carica papaya) Vorsicht bei Zuchtstuten, die Wirkstoffe können Unfruchtbarkeit fördern

Die Papaya ist nicht nur eine sehr wohlschmeckende tropische Frucht, sondern ihre Samen und Blätter sollen tatsächlich auch ein sehr effizientes pflanzliches Entwurmungsmittel sein, das zusätzlich wohltuend auf den gesamten Verdauungstrakt wirkt und sowohl gegen Durchfall hilft, als auch die Verdauung fördert. Über Papayablätter als Wurmkur liegen zahlreiche Berichte von Landwirten in den tropischen und subtropischen Ländern vor, die ihre Hunde, Schafe und Rinder erfolgreich und regelmässig mit Papayablättern entwurmen. Auch eine nigerianischen Studie, die 2005 im African Journal of Biotechnology erschien, konnte den Beweis erbringen, dass die Entwurmung mit Papyablättern funktioniert: Schweine, die mit Knötchenwürmern, Schweinepeitschenwürmern und Fadenwürmern infiziert waren, bekamen Papayablätter und die schafften die Entwurmung in 90% der Fälle! Der Wiktstoff der das möglich macht, ist das Papain. Es stammt aus der Gruppe der Proteasen, also der Eiweiss spaltenden Enzyme. Allerdings wirken die Papayablätter auf zwei Ebenen gleichzeitig, denn sie stärken auch das Immunsystem, wodurch es eine entsprechende Immunantwort auf die Darmparasiten entwickeln kann und sie bekampft. Überdies enthält die Papaya Wirkstoffe, welche die Entgiftung des Organismus unterstützen, was vor allem nach allopathischen Wurmkuren zur Darmsanierung empfehlenswert ist. Interessant ist aber auch der sehr hohe Vitamin C-Gehalt, der die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt und so zusätzlich einer Neuinfektion mit Würmern vorbeugen kann, denn im Prinzip sollte jeder gesunde Organismus in der Lage sein, sich selbst vor Parasiten zu schützen und sich gegen sie zu wehren – mit einem intakten Immunsystem ist dies in der Regel auch kein Problem. Allerdings gibt es leider auch bei der Papaya minimale Einschränkungen ihres Einsatzgebietes, obwohl sie natürlich gegen Würmer wirkt und nicht giftig ist, aber sie enthält Phytohormone, die tatsächlich zur Empfängnisverhütung beitragen können. Bei Wallachen, Hengsten und Stuten, die nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen oder bereits tragenden Stuten, sind Papayablätter darum auch trotzdem zur pflanzlichen Entwurmung unbedenklich zu verfüttern, aber wer auf ein Fohlen aus seiner Stute hofft und ihre Fruchtbarkeit nicht einschränken möchte, dem ist von Papayablättern eher abzuraten.

 

  • Quassiaholz (Quassia amara)Vorsicht bei tragenden Stuten, die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen

Aufgrund der diversen Inhaltsstoffe – vor allem dem namensgebenden Quassin – wird Quassiaholz zum einen als Heilmittel bei Magen-, Darm und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Zum anderen wurde es als Fliegenholz bekannt und im Bereich der natürlichen Insektizide eingesetzt, mit denen Pflanzen vor Fraßfeinden geschützt werden. Die Eigenschaft, Parasiten zu vertreiben ist es natürlich auch, die bei einer natürlichen Entwurmung auf pflanzlicher Basis an Quassiaholz denken lässt, denn so ziehen auch Würmer lieber wieder aus dem Darm aus, als sich dort zu vermehren und wohl zu fühlen.

Allerdings bleibt zu beachten, dass die Wirkstoffe aus dem Quassiaholz zwar die adulten Würmer lähmen und die Darmperistaltik anregen, wodurch der Wurmaustrieb vereinfacht wird, aber Quassin kann leider auch toxisch wirken und führt dann nicht nur dazu die Würmer zu lähmen, sondern auch zur Senkung der Herzfrequenz. Zwar wird diese Wirkung bislang ausschließlich bei parenteraler Verabreichung – also bei Injektionen oder ähnlicher Eingabe in den Körper ohne dass der Wirkstoff den Darm passiert – festgestellt, aber wie immer gilt auch bei Quassiaholz, dass die Dosis das Gift bestimmt und darum sollte Quassiaholz entweder höchstens mit 15 bis 20 Gramm pro Tag dosiert oder als Kaltauszug verabreicht werden. Bei trächtigen Tieren sollte auf Quassiaholz verzichtet werden, denn Quassin kann aufgrund seiner kontrahierenden Wirkung auf Organe mit glatter Muskulatur wehenfördernd wirken und zum Abort einer unreifen Leibesfrucht führen.

 

  • Schwarzkümmelsamen (Nigella sativa)

In Ägypten, der Heimat des Schwarzkümmels ist man überzeugt: ”Schwarzkümmel heilt alles, außer den Tod!” Tatsächlich gilt Schwarzkümmel unter Hundehaltern längst als guter Tipp gegen Darmparasiten, denn er wirkt auf der einen Seite wurmtötend, auf der anderen stärkt er das Immunsystem ganz enorm und kann sogar bei Allergien verwendet werden, weil er für einen gesunden Ausgleich schafft. Besonders interessant für die wurmwidrige Wirkung von Schwarzkümmelsamen sind die Ätherische Öle (1,4%) wie Nigellon, p-Cymol, Thymochinon, Thymohydroquinone, Thymoquinone, Thymol, p-Cymen, alpha-Pinen, Carvon (monocyclisches Monoterpen-Keton), Artemisiaketon, Kampfer (bicyclisches Monoterpen-Keton), denn sie lähmen die Würmer. Dazu kommen die Alkaloide (nur in Spuren enthalten) Nigellin (verleiht dem Schwarzkümmelöl seinen typischen Geruch), Nigellimin-N-oxid, Nigellicin, Nigellidin, Isochinolinalkaloide, die Triterpensaponine wie alfa-Hederin, Melanthin, Hederagenin, Hederidin, der Triterpenalkohol β-Amyrin, Cycloartenol (sie töten die Würmer), die Flavonoide und

Polyphenole wie Kämpferol, Triglykoside des Quercetins, Bitterstoffe (sie sorgen im Darm für ein wurmunfreundliches Millieu) und die Gerbsäure Tannin, die als sehr effektiv wirkendes Wurmbekämpfungsmittel gilt.

 

  • Thymian (Thymus) Vorsicht beim sportlichen Einsatz von Turnierpferden, wegen DOPING!/ Vorsicht bei tragenden Stuten, die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen

Diese Gewürzpflanze enthält viele wirksame Inhaltsstoffe zu denen gehören: Öle unter anderem Kampfer, Carvacrol, Thymol, Terpinen, Borneol, Zineol, Geraniol, Limonen, Linalool, Menthon, Gerbstoffe, Bitterstoff, Flavonide, Glykoside, Cumarine, Harz, Saponin, Salicylate, Pentosane, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Zink. Die machen den Thymian zu einer wichtigen Heilpflanze, welche ihr Haupteinsatzgebiet zwar in der heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane findet, aber auch bei Verdauungsstörungen, Neigungen zu Koliken, Blähungen und Durchfall kann an Thymian gedacht werden, denn seine anregende Wirkung hilft bei allen Problemen des Magen-Darmtraktes – also auch bei Wurmbefall – und darüber hinaus ist er krampflösend. Thymian wird aber hauptsächlich aus dem Grund als Ingredienz in Wurmkuren verwendet, weil die enthaltenen ätherischen Öle und vor allem das reichlich enthaltene Thymol, die Darmparasiten lähmt, wodurch sie dann mit der Darmperistaltik ausgeschieden werden können.

 

  • Wermut (Artemisia absinthium)Vorsicht bei tragenden Stuten, die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen

Der Wermut wurde vor allem als Bestandteil des „Künstlerschnapses Absinth“ bekannt, denn man schrieb ihm eine inspirierende, bewusstseinserweiternde Wirkung zu, wobei er bei regelmäßigem und hochdosiertem Genuss immer wieder zu sinnverwirrenden Nebenwirkungen wie Wahnvorstellungen, Schwindelanfällen und Delirien führen kann, weshalb Absinth über einen längeren Zeitraum sogar verboten wurde. Trotzdem ist er seit vielen Jahrhunderten als Wurm- und Parasitenmittel bei Infektionen mit Würmern und Darmparasiten bekannt und wirksam, denn man nimmt an, dass die Santonin-Laktone, die der Wermut in reichem Maß enthält, die Hauptwirkstoffe für den Einsatz gegen Würmer sind. Außerdem können die Thujone die Rundwürmer lähmen, so dass sie mit der Peristaltik des Darmes ausgeschieden werden können. Bedenken sollte man bei der Verwendung von Wermut allerdings auch, dass er zwar das Darmmilieu zusätzlich wurmunfreundlich werden lässt, aber auf die Verwendung während der Trächtigkeit sollte eher verzichtet werden, denn dieses Heilkraut fördert die Muskelkontraktion und kann damit vorzeitige Wehen auslösen. Hauptwirkstoff im Wermut sind die ausgeprägten Bitterstoffe, welche den Wermut zu den wichtigsten Bitterkräutern macht, die zur Stärkung der Verdauung verwendet werden, denn Wermut hat sich gegen Verdauungsprobleme infolge ungenügender Säureproduktion und zur Anregung der Verdauungssäfte gerade bei Fehlgärungen und Blähungen bewährt. Leider entfalten diese Bitterstoffe ihre volle Wirkung auch nur, wenn sie nicht durch die gleichzeitige Verwendung durch Süßmittel (Honig, Traubenzucker) abgemildert werden. Überdies sorgt dieses Heilkraut für die Stärkung der entgiftenden Organe wie Leber und Niere und wirkt blutbildend und blutreinigend, sodass Wermut ideal geeignet ist, um den Entgiftungsvorgang nach einer allopathischen Wurmkur zu unterstützen.

 

  • Walnussblätter (Juglans regia):

Die hervorragendste Eigenschaft der Walnussblätter ist ihre adstringierende Wirkung, denn durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen, sowie Gerbsäuren, Tanninen, Bitterstoffen, Flavonoiden, Juglon und ätherischen Ölen, die zusammenziehend, aber auch anregend wirken, gehören Walnussblätter zu den Heilkräutern, die dem gesamten Verdauungssystem nützlich und förderlich sind. Dazu kommt eine ausgeprägte entzündungshemmende und eine gerade nach dem Einsatz von allopathischen Wurmkuren heilsame, weil blutreinigende Wirkung. Dass ätherische Öle das Darmmilieu „wumunfreundlich“ werden lassen, hilft nicht nur beim Abtreiben der Würmer und Eier, sondern auch der Neuinfektion, denn wo sich Würmer nicht wohl fühlen, ziehen sie auch nicht ein.

 

  • Zitwerwurzel/ Weiße Curcuma (Curcuma zedoaria):

Die in Asien heimische Wurzel wächst in tropischen und subtropischen Regenwald-Regionen und ist eine Verwandte des Ingwers und der Kurkuma, weshalb man sie auch „weiße Kurkuma“ nennt. Sowohl Ingwer, als auch Kurkuma gilt als natürliches „Antiwurmmittel“ und wie der Ingwer enthält die Zitwerwurzel Zingiberene und wie im Kurkuma findet man auch in der Zitwerwurzel den Inhaltsstoff Curcumin, die beide zur Entwurmung beitragen. Mit dem Wurmkraut Wermut verbindet die Zitwerwurzel ebenfalls ein Inhaltsstoff – die Sesquiterpene. Ergänzt werden sie durch ätherische Öle wie Alpha-Pinene und Harze sowie Schleimstoffe, welche positiv auf die Darmflora wirken, weshalb die Zitwerwurzel auch primär gegen Magen-Darmprobleme, wie Blähungen und Koliken eingesetzt wird, denn sie wirkt entblähend und entkrampfend.

 

Eure  Sabine Bröckel – Tierheilpraktikerin

Hinweis


Dieser Text beruht auf eigenen Erfahrungen und Fachliteratur. Ein Heil- oder sonstiges Versprechen ist daraus nicht abzuleiten.