Kieselgur – der Baustein des Lebens

Kieselgur oder Kieselerde?


Vielfach wird behauptet, Kieselgur und Kieselerde sei das Gleiche. Dem ist aber nicht so, denn

  • Kieselerde

Kieselerde ist ein feinkörniges, weißes Lockersediment, das aus amorpher und kryptokristalliner Kieselsäure sowie Kaolinit und geringen Mengen an Illit besteht.

Kieselerde gemahlen

  • Kieselgur (Diatomeenerde)

Kieselgur ist eine weißlich bis hellbraune, pulverförmige Substanz, die hauptsächlich aus den Siliziumdioxidschalen fossiler Kieselalgen (Diatomeen) besteht.

Kieselgur

Kieselgur enthält Silizium. Das sorgt für die Regulation des Wasserhaushaltes innerhalb der Körperzellen, sorgt somit für feste und dennoch elastische Zellwände und aktiviert den Zellaufbau sowie den Zellstoffwechsel. Überdies erhöht Silizium die Leitfähigkeit des Körpergewebes für Impulse und die Informationsübertragung

 

Kieselgur wird eingesetzt


Innerlich

  • zur Förderung der Knochenbildung
  • für die Förderung des Hufwachstums
  • für das gesunde Wachstum von Skelett und Zähnen
  • gegen Bindegewebsschwäche
  • zur Entgiftung (Kieselgur hat eine hohe Oberflächenstruktur und kann Toxine binden)
  • zur Stärkung der Bänder

 

Äußerlich

  • bei Problemen mit der Haut, dem Fell oder dem Gefieder von Vögeln
  • zur Unterstützung der Wundheilung
  • zur Bekämpfung von Darmparasiten (gegen Spulwürmer, Bandwürmer, Peitschenwurm, Fadenwürmer und Hakenwürmer)
  • zur Bekämpfung von Hautparasiten (gegen Flöhe, Läuse, Zecken und Milben)
  • zur Umgebungsbehandlung bei Parasitenbefall
  • gegen Ekzeme und Ausschläge
  • gegen Juckreiz
  • gegen Verbrennungen oder Sonnenbrand

 

Dosierungsempfehlung Kieselgur zur innerlichen Anwendung


Wurmbehandlung

2x täglich (in feuchtem Futter) mindestens 7 Tage lang

  • zur Elimninierung der nachfolgenden Wurmgenerationen (Kieselgur bekämpft nur adulte Würmer, die Wurmeier bleiben unberührt) mindestens 30 Tage lang
  • bei Lungenwürmern mindestens 90 Tage lang
  • bei Bandwurmbefall mindestens 45 Tage lang

KatzeKatzen

  • bis 5 kg Körpergewicht: 1/2 Teelöffel (ca. 2 g)
  • ab 5 kg Körpergewicht 1 gestrichener Teelöffel (ca. 4 g)
  • Kitten: 1/4 Teelöffel (ca. 1 g)

HundHunde

  • ab 5 kg Körpergewicht                     1 gestrichener Teelöffel (ca. 4 g)
  • 10-35 kg Körpergewicht:                    1 (ca. 4 g) bis 2 Teelöffel (ca. 8 g)
  • 36-50 kg Körpergewicht:                   ½ (ca. 10 g) bis 1 Esslöffel (ca. 15 g)
  • űber 50 kg Körpergewicht:        1 (ca.15 g) bis 2 Esslöffel (ca. 30 g)
  • Welpen ¼ bis ½ Teelöffel (je nach Gewicht)

 

Nahrungsergänzung


Tägliche Gabe (in feuchtem Futter)

KatzeKatzen

  • bis 5 kg Körpergewicht:        eine Messerspitze (0,5 g)
  • ab 5 kg Körpergewicht         1/4 Teelöffel (ca. 1 g)

HundHunde

  • ab 5 kg Körpergewicht                     ¼ Teelöffel (ca. 1 g)
  • 10-35 kg Körpergewicht:                    ½ (ca. 2 g) bis ein gestrichener Teelöffel (ca. 4 g)
  • 36-50 kg Körpergewicht:                   1 (ca. 5 g) bis 2 Teelöffel (ca. 10 g)
  • űber 50 kg Körpergewicht:       2 Teelöffel (ca. 10 g) bis 1 gestrichener Esslöffel  (ca.15 g)

PferdPferde (mit dem Futter verabreichen, bei staubempfindlichen Pferden mit etwas Wasser oder Öl binden)

  • Großpferde 450 bis 600 kg Körpergewicht                     25 bis 30 g täglich
  • Kleinpferde 300 bis 450 kg Körpergewicht                     20 bis 25 g täglich
  • Ponys und Jungpferde bis 300 kg Körpergewicht         10 bis 20 g täglich
  • Fohlen bis zum Jährlingsalter                                     10 g täglich

 

Anwendungsempfehlung äußerlich zur Bekämpfung von Hautparasiten am Tier


Besonders bewährt hat sich die Anwendung von Kieselgur auch gegen Hautparasiten und zur Umgebungsbehandlung gegen

  • Flöhe
  • Läuse
  • Zecken
  • Milben

Werden Tiere mit dem Kieselgur-Pulver eingerieben, zerstört es die Epikutikula, welche die Hautparasiten und deren Larven gegen Austrocknung schützt. Dies hat eine Dehydrierung zur Folge, woran die Parasiten im Zeitraum von 24 bis 72 Stunden sterben.

Es wird überdies davon ausgegangen, dass Kieselgurpulver auch die Mundwerkzeuge verletzt und den Magen-Darm-Trakt sowie die Tracheen und die Atmungsorgane zusetzt. Für dieses Prinzip der Schädlingsabwehr bietet die Natur selbst viele Beispiele: Sowohl Vögel als auch Säugetiere nehmen ausgiebige Staubbäder, um sich von Parasiten zu befreien.

 

Anwendungsempfehlung äußerlich zur Bekämpfung von Hautparasiten in der Umgebung


Kieselgur wird in den USA zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt und hat dort bereits eine große Bedeutung erlangt, denn man kann

  • Schlafplätze von Tieren
  • Freigehege
  • Ställe
  • Kleintierkäfige
  • Teppiche

mit Kieselgur bestäuben und so auch auf vollkommen ungiftigem Weg zur Parasitenfreiheit gelangen.

 

Auch gegen

  • Schaben
  • Käfer
  • Ameisen
  • Silberfische
  • Ohrenkneifer
  • Schnecken

kann Kieselgur ausgestreut werden, um sich der Lästlinge zu entledigen. Wird Kieselgur im Freien angewendet, sollte es durch trockenes Pulver ersetzt werden, sobald es feucht geworden ist, denn feucht wirkt es nicht.

Kieselgur ist ungefährlich, sollte aber nah am Tier und sparsam verwendet werden, damit so wenig Staub als möglich in die Luft gerät!

 

Anwendung am Tier


Immer wieder wird gegen die Verwendung von Kieselgur das Argument angeführt, dass der Staub auch die Atmungsorgane der Tiere belasten könnte. Dazu ist zum einen zu sagen, dass natürlich kein Pulver (auch kein chemisches Flohpulver) direkt eingeatmet werden sollte. Darum sollten die Tiere mit dem Pulver auch nicht so extrem eingestäubt werden, dass man dabei in einer dichten Staubwolke steht.

Statt dessen sollte man eine kleine Menge des Pulvers in die Handfläche geben und das Fell damit einreiben. Verwendet man einen Zerstäuber, sollte der sehr nah an die Haut gehalten werden (eventuell Fell dafür scheiteln und bei Vögeln unter das Gefieder stäuben), sodass dabei keine Staubwolken entstehen, sondern die Kieselerde direkt auf die Haut gestreut wird. Ist das Pulver platziert, setzt es sich auch sofort ab und staubt dann auch nicht mehr. Darum ist das Liegen auf den mit Kieselgur behandelten Stellen auch vollkommen ungefährlich für die Tiere. Wen der Gedanke aber stört, dass sein Tier auf den sterbenden Parasiten liegt, kann auch eine zusätzliche Decke auf den mit Kieselgur behandelten Schlafplatz legen.

 

Anwendung in der Umgebung


Zur Anwendung auf Teppichen oder Schlafplätzen ist es ebenfalls sinnvoll, das Puder nicht großzügig zu zerstäuben, sondern es sparsam und nah am Objekt anzuwenden, sodass keine immensen Staubwolken entstehen. Das Staubsaugen sollte allerdings auch frühestens nach 24 Stunden erfolgen, denn so lange dauert es mindestens, bis die Plagegeister eliminiert werden konnten.

 

Kieselgur – gesund, ungiftig und nur gefährlich für Parasiten


Zum anderen sollte auch angeführt werden, dass ein wenig Kieselgurstaub weder für Menschen, noch für Tiere gefährlich in der Anwendung ist, wohingegen chemische Umgebungssprays und Parasitenmittel, die toxische Substanzen enthalten, ganz sicher gesundheitsschädlich sind und die werden oft sehr viel sorgloser angewendet, als das ungiftige Kieselgur.

Wer Kieselgur zur Parasitenbekämpfung verwendet, muss sich auch nicht sorgen, dass sich die Tiere gegenseitig ablecken oder Kleinkinder von den Tieren fernhalten, denn Kieselgur aufzunehmen ist sogar gesund!

Nach der Behandlung mit Kieselgur wird sich das Fell der Haustiere etwas stumpf anfühlen. Wir empfehlen die Tiere aber trotzdem nicht zu baden, sondern das Pulver nach ein bis zwei Tagen auszubürsten.

 

Eure  Sabine Bröckel – Tierheilpraktikerin

Hinweis


Dieser Text beruht auf eigenen Erfahrungen und Fachliteratur. Ein Heil- oder sonstiges Versprechen ist daraus nicht abzuleiten.