Kieselgur, Kieselerde und Zeolith

Liebe Kräuter- und Tierfreunde,

Erinnert Ihr Euch noch an Pjörnrachzarck, den Felsenbeißer aus der „Unendlichen Geschichte“? Den Riesen, der vollkommen aus Stein bestand und sich ausschließlich von Felsen und Mineralien ernährte und sogar in einer Heißhungerattacke sein steinernes Fahrrad aufaß?

Jetzt werdet Ihr Euch vermutlich fragen, in welchen Zusammenhang ausgerechnet eine felsenkauende Fantasyfigur mit unseren Kräutern stehen soll.

Lasst mich Euch noch ein bisschen auf die Folter spannen, denn es wird noch mysteriöser, denn einige von Euch oder auch Eure Tiere könnten auch zur Art der „Felsenbeißer“ gehören!

Natürlich aber nur vorausgesetzt, Ihr habt schon einmal Klinoptilolith-Zeolith eingenommen oder gefüttert, denn hierbei handelt es sich um gemahlenes Vulkangestein!

Kann das gesund sein?

Steine essen ist gesund!

Als Lithophagen (Steinfresser oder Steinnager) werden in der Regel Wirbeltiere, wie Vögel, Robben oder Krokodile bezeichnet, die keinen besonders muskulösen Magen haben und darum Steine, sogenannte Gastrolithen, aufnehmen, welche im Ventriculus – dem Muskelmagen – die Verdauung durch das Zerreiben der Nahrung unterstützen.

Vogelbesitzer kennen das, weil ihren gefiederten Freunden die Verdauung des Futters ohne Grit oder die feinen Magensteinchen, welche die Körner quasi im Verdauungstrakt zermahlen und sie so erst verdaulich machen, kaum möglich ist.

Aber nicht nur Vögel profitieren vom „Steineessen“.

Auch manche nordsibirischen Völker und auch verschiedene Kaukasusvölker verzehren zu Pulver vermahlene Vulkangesteine, wie beispielsweise den Klinoptilolith-Zeolith (eine von drei Zeolithformen) und gelten als die langlebigsten (und gleichzeitig gesündesten) Menschen der Erde.

Ob das tatsächlich daran liegt, dass diese Völker „Steine essen“?

Wissenschaftlich bestätigt – und man muss sich nicht wundern, dass vor allem russische Studien sich mit der Untersuchung von Zeolithen beschäftigen – ist in jedem Fall, dass der Klinoptilolith-Zeolith ein Meister der Entgiftung ist.

Diese Eigenschaft ist leicht erklärt, denn Zeolithe wie der Klinoptilolith weisen ein hohes Bindevermögen auf – was bedeutet, dass sie die Giftsoffe nicht aufnehmen (absorbieren), sondern an ihre Struktur binden (adsorbieren) und sie dann über den Darm mit nach draußen nehmen.

Klinoptilolith-Zeolith, Bentonit oder Heilerde?

Diese Eigenschaft teilen sie mit den Heilerden und dem Bentonit (Montmorillonit).

Während aber der Klinoptilolith auch zur Verbesserung medikamentöser Therapien sowie zur Behandlung schwer therapierbarer Erkrankungen eingesetzt wird, zum Beispiel bei Borreliose, Schmerzzuständen und diversen Autoimmunerkrankungen, weisen die Heilerden meist zwar ein ähnliches Bindungsvermögen auf, aber ihre Wirkung beschränkt sich auf den Darm und die Hautgesundheit.

Auch Bentonit, benannt nach der Benton-Formation in den Fort-Benton-Schiefern von Wyoming (USA), gehört zu den mineralischen Pulvern, die entgiftend wirken, weil sie eine starke Wasseraufnahme- und Quellfähigkeit haben. Bentonit entsteht durch Verwitterung aus vulkanischer Asche und gehört zu den Tonmineralien. Sein wichtigster Bestandteil ist Montmorillonit (60 % bis 80 %).

Der entscheidende Unterschied zwischen dem Bentonit und dem Klinoptilolith-Zeolith ist jedoch die Struktur, denn während Klinoptilolith-Zeolith – ein Vulkangestein – über ein Kristallgitter verfügt, ist das Tonmineral Bentonit (Montmorillonit) ein Schichtgestein und demzufolge schichtartig aufgebaut. Das führt dazu, das Bentonit, wenn es mit Wasser in Berührung kommt, einen schleimartigen Film bildet, der sich schützend auf die Darmschleimhäute legt. Auf diese Weise wirkt Bentonit zusätzlich beruhigend und nicht ganz so intensiv entgiftend wie Klinoptilolith-Zeolith. Wer jedoch die beruhigende Wirkung wünscht, dem raten wir, das Klinoptilolith-Zeolith mit Flohsamen zu kombinieren.

Im Bezug auf die schleimbildende Fähigkeit ist das Klinoptilolith-Zeolith dem Bentonit zwar unterlegen, aber dafür hat es im Bezug auf den Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Tier die Nase immer leicht vor den anderen Heil-, Ton- und Mineralerden.

Vulkangestein – gesiedet im Meer

Das liegt daran, dass Zeolithe vor Millionen Jahren entstanden, als bei Vulkanausbrüchen die glühende Lavaerde ins Meer fiel und das Wasser zum Sieden brachte. So stammt denn auch der Begriff „Zeo“ aus dem Griechischen und bedeutet „Sieden“, während „lith“ „Stein“ heißt. Es handelt sich also um gesiedetes Lavagestein, bei dessen Entstehung sich vulkanische Gaseinschlüsse bildeten, durch die das Gestein winzige Poren bekam und ein mikroporöses Gerüst erhielt. Es entstand also eine Art mineralischer Schwamm mit zahlreichen Kanälen und Hohlräumen, welche die Oberfläche vergrößern und dadurch ein enormes Bindevermögen entwickeln.

Bei der Entstehung dieser mikroporösen Vulkangesteine bildete sich auch die besondere Kristallgitterstruktur des sogenannten Klinoptilolith-Zeoliths aus. (Es gibt drei Zeolith-Formen, der phasenartige, der blättrige und der kristalline Zeolith. Hier geht es ausschliesslich um den kristallinen Zeolith, den heilwirksamen Klinoptilolith-Zeolith.)

Entgiften durch Adsoption

Das netzartige Kristallgitter des Zeoliths besteht aus aus unterschiedlichen wasserhaltigen Alumosilikaten mit Calcium, Kalium bzw. Natrium und ist gegen zahlreiche äussere Einflüsse immun – auch gegen die Magensäure und andere Verdauungssäfte.

Inmitten der Hohlräume des Kristallgitters befinden sich Kationen (positiv geladene Teilchen), wie Calcium, Magnesium, Eisen, Natrium und Kalium. Das Gitter selbst, also seine winzigen Hohlräume, sind negativ geladen, was wiederum eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass der Zeolith so gut entgiften und damit auch heilen kann, denn die negative Gerüstladung nimmt bevorzugt positiv geladene Teilchen auf. Auf diese Weise ist das Pulver in der Lage, dem Organismus schädliche Stoffe zu entziehen.

Die Gefahr, dass das Klinoptilolith-Zeolith-Pulver auch Mineralien an sich bindet und mit dem Kot aus dem Körper ausscheidet, besteht dabei nicht, denn durch die unterschiedliche Ladung kann das Molekül zwischen den „guten“ und den „bösen“ Teilchen unterscheiden und bindet (adsorbiert) nur

  • überschüssige Säuren
  • Bakteriengifte
  • Mykotoxine
  • Zytokine (entzündungsfördernde Stoffe)
  • freie Radikale
  • Stoffwechselabfallprodukte
  • niedrigmolekulare Stoffe wie Ammoniak, Ammonium, Harnstoff, Wasser (H2O) oder Darmgase (Methan)

um dann zusammen mit den an das Gittergerüst angebundenen schädlichen Stoffen zusammen mit dem Kot ausgeschieden zu werden.

Ionenaustausch – ein weiterer Weg der Entgiftung mit Klinoptilolith-Zeolith-Pulver

Was den Klinoptilolith-Zeolith so besonders macht, ist dass in ihm auch ein Ionenaustausch stattfindet.

Das bedeutet: Die im Kristallgitter des Zeoliths befindlichen Mineralien werden von den organischen Stoffen im Organismus angezogen, während zeitgleich positiv geladene Schadstoffteilchen, die sich im Körper befinden, eine grosse Affinität zu den negativ geladenen Kristallgittern des Zeoliths haben. Dadurch wandern Schadstoffe in das Kristallgitter hinein, während Mineralstoffe hinauswandern.

Das Vorurteil, dass Klinoptilolith-Zeolith nicht nur entgiftet, sondern den Körper auch entmineralisieren könnte, ist damit widerlegt, denn über den Ionenaustausch gibt der Klinoptilolith-Zeolith die essentiellen Mineralstoffe in den Körper ab und bindet unter anderem Schwermetalle und radioaktive Elemente

um sie nach draußen zu leiten.

Die Quelleigenschaft des Klinoptilolith-Zeolith, die ausgelöst wird, wenn das Pulver Wasser aufnimmt, sorgt zusätzlich dafür, dass die Darmtätigkeit angeregt und die an das Kristallgitter gebundenen Schadstoffe noch schneller wieder ausgeschieden werden können.

 

Das Einsatzgebiet des Klinoptilolith-Zeolith-Pulvers

Klinoptilolith-Zeolith-Pulver unterstützt bei innerlicher Anwendung

  • die Leber
  • die Nieren
  • das Bindegewebe
  • den Darm
  • die Regulation des Mineralstoffwechsels
  • die Immunmodulation
  • die Antioxidation

bei äußerlicher Anwendung die Heilung

  • offener Wunden
  • Insektenstichen
  • Entzündungen
  • Schürf-, Brand-, und Schnittverletzungen

und wird vorwiegend eingesetzt

  • zur Entgiftung des Organismus und Entlastung von Leber und Nieren
  • zur Darmsanierung
  • zur Reinigung des Blutes
  • zur Regeneration der Darmschleimhaut und Reinigung des Darms
  • zur Erhöhung des Antioxidantienlevels im Körper
  • zur Aktivierung des Immunsystems
  • zur Entsäuerung und Regulierung des ph-Wertes
  • zum Schutz vor Krebs
  • zur Bekämpfung von Pilzinfektionen
  • zur Hemmung von Entzündungen
  • zum Ausgleich des Mineralhaushaltes und Ergänzung natürlicher Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Silizium
  • zur Verbessert die Mineralisierung und dem Wachstum der Knochen
  • zur Verringerung des Verschleißes der Gelenke
  • zur Verbesserung der Horn- und Hufqualität
  • zur Verbesserung der Gesundheit von Haut und Fell
  • zur Unterstützung gegen Hautprobleme (Allergien, Ekzeme, Mauke)
  • zur Aktivierung des Zellaufbaus (Bildung von Haut, Horn, Haar und Bindegewebe)
  • zur Hemmung des Zellabbaus (Alterungsprozess, Gelenkknorpelabnutzung)

Klinoptilolith-Zeolith-Pulver und Medikamente

Mineralerden wie Heilerde, Bentonit und Klinoptilolith-Zeolith-Pulver sollten möglichst nicht zusammen mit Medikamenten verabreicht werden, denn sie binden schädliche Stoffe an sich und führen sie mit dem Kot nach draußen ab. Für die Mineralerden sind die chemischen Medikamente nicht als „gute“, weil heilsame Teilchen zu erkennen – für ist Chemie prinzipiell ungut für den Körper und darum werden Medikamente gleich bewertet wie Gifte, an die Mineralerden gebunden und ausgeschieden und somit auch unwirksam gemacht.

Zwischen den Gaben von Klinoptilolith-Zeolith-Pulver und Medikamenten sollten darum auch ca. zwei Stunden Abstand liegen.

Klinoptilolith-Zeolith-Pulver bindet Wasser

Die einzige Nebenwirkung, die durch die Entgiftung mit Klinoptilolith-Zeolith-Pulver beachtet werden sollte ist, dass es Wasser zu binden vermag. Das ist ein Vorteil bei Problemen wie Kotwasser bei Pferden, Durchfall bei Pferden, Hunden und Katzen, aber wenn Tiere sehr wenig trinken, kann das Klinoptilolith-Zeolith-Pulver im Darm verklumpen und zu einer Verstopfung führen.

Darum ist es wichtig, immer genug Wasser zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Dosis langsam einzuschleichen und sie wieder zu verringern, wenn der Kot zu fest werden sollte.

Dosierung:
Ponys und Pferde: 40 bis 100 g pro Tag
Hunde, Katzen und Kleintiere:  bis zu 3 – 5 g pro 10 kg Körpergewicht pro Tag

Ich nehme übrigens selbst täglich 3-5 g (ein Teelöffel) morgens, direkt nach dem Aufstehen in ½ bis bis ¾ l Tee oder Mineralwasser eingerührt als Kur über drei Wochen ein. Die Kur kann nach 5 Tagen Pause auch noch einmal wiederholt werden 😉

Kieselgur und Kieselerde – der Bausteine des Lebens

Kieselerde besteht in der Regel aus verwittertem Granitgestein, wird aber oft mit Kieselgur gleichgesetzt, das nicht aus Gestein, sondern aus fossilen Kieselalgen (Diatomeen) gewonnen wird, denn Kieselalgen besitzen eine siliciumhaltige Zellhülle, welche nach ihrem Absterben erhalten bleibt und so biogen gebildete Sedimente hervorbringen.

Sowohl Kieselgur, als auch Kieselerde enthalten sehr viel Silicium. Aber chemisch betrachtet, handelt es sich bei Kieselerde nicht um Kieselsäure, sondern um Kieselsäureanhydride, also Siliciumdioxide.

Kieselgur oder Kieselerde?

Im Grunde sind sich Kieselerde und Kieselgur aufgrund des hohen Gehaltes an Silicium sehr ähnlich in der Wirkung. Man kann sie aber wie folgt voneinander unterscheiden:

  • Kieselerde
    Kieselerde ist ein feinkörniges, weißes Lockersediment aus Granitgestein, das aus amorpher und kryptokristalliner Kieselsäure sowie Kaolinit und geringen Mengen an Illit besteht. Es lässt sich im trockenen Zustand wie feuchter Sand formen.
  • Kieselgur (Diatomeenerde)
    Kieselgur ist eine hellbraune, pulverförmige Substanz, die hauptsächlich aus den Siliziumdioxidschalen fossiler Kieselalgen (Diatomeen) besteht. Es lässt sich im trockenen Zustand nicht formen.

Silicium sorgt für die Regulation des Wasserhaushaltes innerhalb der Körperzellen und somit für feste und dennoch elastische Zellwände. Es aktiviert den Zellaufbau sowie den Zellstoffwechsel. Überdies erhöht Silicium die Leitfähigkeit des Körpergewebes für Impulse und die Informationsübertragung

Kieselgur und Kieselerde werden innerlich eingesetzt

  • zur Förderung der Knochenbildung
  • bei Problemen mit der Haut, dem Fell oder dem Gefieder von Vögeln
  • für die Förderung des Hufwachstums
  • für das gesunde Wachstum von Skelett und Zähnen
  • gegen Ekzeme und Ausschläge
  • gegen Juckreiz
  • gegen Bindegewebsschwäche
  • zur Entgiftung (Kieselgur hat eine hohe Oberflächenstruktur und kann Toxine binden)
  • zur Stärkung der Bänder
  • gegen Störungen bei der Wundheilungen
  • gegen Verbrennungen oder Sonnenbrand

Kieselgur wird äußerlich eingesetzt

  • zur Bekämpfung von Darmparasiten (gegen Spulwürmer, Bandwürmer, Peitschenwurm, Fadenwürmer und Hakenwürmer)

Kieselgur wird überdies innerlich eingesetzt

  • zur Unterstützung der Wundheilung
  • zur Bekämpfung von Hautparasiten (gegen Flöhe, Läuse, Zecken und Milben)
  • zur Umgebungsbehandlung bei Parasitenbefall

Kieselerde ist deutlich weniger gut zum äußerlichen Einsatz geeignet, weil es Klümpchen bildet und weniger Feuchtigkeit aufnimmt.

Kieselgur – Anwendungsempfehlung äußerlich zur Bekämpfung von Hautparasiten am Tier:

Besonders bewährt hat sich die Anwendung von Kieselgur auch gegen Hautparasiten und zur Umgebungsbehandlung gegen

  • Flöhe
  • Läuse
  • Zecken
  • Milben

Werden Tiere mit dem Kieselgur-Pulver eingerieben, zerstört es die Epikutikula, welche die Hautparasiten und deren Larven gegen Austrocknung schützt. Dies hat eine Dehydrierung zur Folge, woran die Parasiten im Zeitraum von 24 bis 72 Stunden sterben.

Es wird überdies davon ausgegangen, dass Kieselgurpulver auch die Mundwerkzeuge verletzt und den Magen-Darm-Trakt sowie die Tracheen und die Atmungsorgane zusetzt. Für dieses Prinzip der Schädlingsabwehr bietet die Natur selbst viele Beispiele: Sowohl Vögel als auch Säugetiere nehmen ausgiebige Staubbäder, um sich von Parasiten zu befreien.

Anwendungsempfehlung äußerlich zur Bekämpfung von Hautparasiten in der Umgebung:

Kieselgur wird in den USA zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt und hat dort bereits eine große Bedeutung erlangt, denn man kann

  • Schlafplätze von Tieren
  • Freigehege
  • Ställe
  • Kleintierkäfige
  • Teppiche

mit Kieselgur bestäuben und so auch auf vollkommen ungiftigem Weg zur Parasitenfreiheit gelangen.

Auch gegen

  • Schaben
  • Käfer
  • Ameisen
  • Silberfische
  • Ohrenkneifer
  • Schnecken

kann Kieselgur ausgestreut werden, um sich der Lästlinge zu entledigen. Wird Kieselgur im Freien angewendet, sollte es durch trockenes Pulver ersetzt werden, sobald es feucht geworden ist, denn feucht wirkt es nicht.

Kieselgur ist ungefährlich, sollte aber nah am Tier und sparsam verwendet werden, damit so wenig Staub als möglich in die Luft gerät!

Wir sind längst überzeugte „Felsenbeißer“ und würden uns freuen, wenn wir dazu beitragen dürften, die Gesundheit und das Wohlbefinden Eurer Tiere zu verbessern!

Eure Sabine Bröckel